Viel zu viele Informationen 
Freitag, 2. Dezember 2016 - Studien
Mal schnell eine Google-Suche, sich auf ein paar Nachrichtenseiten den Überblick über das Tagesgeschehen verschaffen, Twitter-Nachrichten checken - für immer mehr Führungskräfte wird das immense Informationsangebot zur Last. Eine Umfrage im Auftrag des Beratungsunternehmens Hill+Knowlton, für die rund 1600 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 60 Prozent der Manager fühlen sich von der Datenflut überfordert. Der Masse an Inhalten begegnen drei Viertel der Befragten durch gezielte Selektion. So folgen sie auf Facebook und Twitter nur wenigen ausgewählten Meinungsmachern. Jeder dritten Führungskraft ist es wichtig, täglich solche Impulse von außen zu bekommen. Jeder Fünfte hat im letzten Jahr seinen Konsum solcher Beiträge deutlich erhöht. Gefragt sind hierbei vor allem inspirierende Beiträge von Vordenkern. Die Selektion könnte indes auch Nachteile haben. Die Notwendigkeit, die Datenflut zu filtern, ist nachvollziehbar, doch wer die eigenen Selektionskriterien nicht immer wieder hinterfragt, läuft auch leicht Gefahr, ob kurz oder lang die Spannweite des eigenen Radars erheblich zu verringern. Vielleicht ist gerade das, was ich nicht auf den ersten Blick als spannend empfinde, dennoch wesentlich? Diese Frage sollten wir, auch wenn Selektion nötig und hilfreich ist, immer mal wieder stellen.
Zu viele Infos für die Chefs, FAZ 27.11.16

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Kreativität ist kein Instant-Produkt 
Dienstag, 29. November 2016 - Studien
Eine wesentliche Grundlage von Kreativität ist Neugier. Wissenschaftler der Oregon State University untersuchten nun näher, wie sich diese Offenheit für Neues konkret auswirkt. Die Wissenschaft unterscheidet zunächst einmal zwei Arten der Neugier. Spezifische Neugier führt dazu, dass Menschen immer tiefer in eine bestimmte Materie eintauchen wollen und sich in die Lösung bestimmter Probleme vertiefen. Die diverse Neugier hingegen führt mehr in die Breite und beinhaltet eine Offenheit für Neues im allgemeinen. In einem Test mit 122 Teilnehmern ermittelten die Forscher zunächst, wie diese Arten der Neugier bei den Probanden ausgeprägt waren. Anschließend bekamen alle Studienteilnehmer verschiedene Materialien ausgehändigt, auf deren Basis sie einen Marketingplan für ein Unternehmen entwickeln sollten. Wie lange sie sich dabei mit dem Material beschäftigten, war ihnen freigestellt. Nach der Erstellung eines ersten groben Plans sollten die Probanden diesen für eine zweite Präsentation weiter ausarbeiten und konnten erneut das Material einsehen. Dabei zeigte sich: Die Probanden mit einer besonders ausgeprägten diversen Neugier beschäftigten sich deutlich länger mit dem Ausgangsmaterial und ihre Marketingideen erwiesen sich als ausgereifter, origineller und von höherer Qualität. Unter dem Strich zeigt die Studie also, dass diverse Neugier in besonderem Maße eine Basis für Kreativität legt. Für die Arbeitswelt wirft die Studie allerdings auch Fragen auf. In einer Zeit, in der vor allem Instant-Informationen und eine Schnell-schnell-Mentalität dominieren, fällt es immer schwerer, Räume zu schaffen, in denen diese Vielfalt an Informationen noch wirken kann, sich Zusammenhänge herstellen lassen und Zeit dafür ist, Inhalte mit Muse zu bewegen.
Neugier beflügelt die Kreativität, spektrum.de 25.11.16

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Medienkompetenz ist Mangelware 
Montag, 28. November 2016 - Studien
In keiner Zeit standen uns mehr Medien zur Verfügung, um uns über die Welt zu informieren. Doch scheinen wir diesem Informationsangebot eher hilflos gegenüberzustehen. Eine Studie der Stanford History Education Group jedenfalls zeigt, dass es um die Medienkompetenz junger Menschen nicht sonderlich gut bestellt ist. Die Wissenschaftler untersuchten mit 7.800 Schülern und Studenten im Alter von zehn bis 20 Jahren aus verschiedenen Bildungsmilieus, wie souverän deren Umgang mit Informationen aus dem Internet ist. Die 10- bis 14-Jährigen beispielsweise sollten auf einer Webseite Nachrichten und Werbung erkennen. Klassische Online-Banner identifizierten immerhin drei Viertel als werbliche Inhalte. Dass es sich bei "Sponsored Content" ebenfalls um Beiträge handelt, die nicht zwingend journalistischer Natur sind, wusste indes nur ein Fünftel der Probanden. Studenten bekamen Twitter-Beiträge zu einer Studie vorgelegt, in der Waffenbesitzer befragt worden waren. Durchgeführt wurde die Studie von einem renommierten Institut, Auftraggeber war eine politische Institution. Nur ein Bruchteil der Studierenden befragte diesen Gesamtkontext daraufhin, ob hier vielleicht einfach geschicktes Agenda-Setting betrieben werde. Das Fazit der Forscher ist insgesamt ernüchternd. "Die Fähigkeit junger Leute, Schlüsse aus Informationen aus dem Internet zu ziehen, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: trostlos", zitiert die Wirtschaftswoche aus der Studie.
US-Schüler können Nachrichten nicht von Werbung unterscheiden, WiWo 25.11.16

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Schokolade achtsam gegessen macht glücklicher 
Mittwoch, 23. November 2016 - Studien
Wer schon einmal einen Kurs in Mindfulness-Based Stress Reduction besucht hat, wird die Übung kennen: Man nimmt eine Rosine, betrachtet sie aus allen Perspektiven, erspürt ihre äußere Beschaffenheit und lässt sie schließlich gewissermaßen langsam im Mund zergehen, um einmal zu erfahren, welchen Unterschied es macht, sich einmal ganz bewusst diesem Esserlebnis zu widmen. Forscher des Gettysburg College gingen nun dem Achtsamkeitserlebnis beim Essen mit einer Studie nach. Sie teilten Probanden in vier Gruppen ein. Zwei Gruppen sollten einen salzigen Snack, Cracker, verzehren, die anderen beiden bekamen Schokolade. Eine Cracker- und eine Schokolade-Gruppe wurden während knapp fünf Minuten dazu aufgefordert, einfach ihre Snacks zu futtern, die Vergleichsgruppen erhielten in der gleichen Zeit eine Anleitung zum besonders achtsamen Verzehr. Vor und nach dem Versuch wurden die Studienteilnehmer zu ihrer Gemütsverfassung befragt. Dabei zeigte sich: Die Schokolade machte die Probanden glücklicher als die Cracker. Am glücklichsten waren die Teilnehmer, die die Schokolade achtsam gegessen hatten. Man kann also sagen: Wer der Lust nach Süßem achtsam nachgeht, hat am meisten davon.
Bewusstes Schokoladeessen macht glücklicher, spektrum.de 16.11.16


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Digitalisierung ist für viele eine Herausforderung 
Montag, 21. November 2016 - Studien
Die Wirtschaft schwört auf Strategien zur Digitalisierung, doch für viele Arbeitnehmer bringt diese Herausforderungen mit sich, die anscheinend noch nicht genügend Beachtung finden. In einer Umfrage des DGB unter rund 10.000 Beschäftigten gaben 46 Prozent an, dass durch die Digitalisierung ihre Arbeitsbelastung größer geworden sei. Für 45 Prozent ist sie nach eigenen Angaben gleich geblieben. Mehr als die Hälfte hat den Eindruck, mehr Aufgaben gleichzeitig bewältigen zu müssen, 39 Prozent sehen das nicht so. 74 Prozent haben wenig oder gar keine Mitsprache beim Technikeinsatz im Unternehmen. Beinahe die Hälfte der Befragten hat zudem den Eindruck, die eigene Arbeitsleistung werde durch die Digitalisierung stärker überwacht.
Mehr Arbeit, mehr Multitasking, mehr Kontrolle, Karriere-Spiegel 10.11.16

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Wohlfühlen im Dienste der Produktivität 
Donnerstag, 17. November 2016 - Studien
Wohlfühlprogramme im Unternehmen haben Hochkonjunktur. Und das aus Kalkül. So zeigt die Xerox HR Services-Studie 2016 mit dem Titel „Working Well: A Global Survey of Workforce Wellbeing Strategies“, dass immer mehr Firmen sich von Gesundheitsprogrammen und Angeboten, die auf das Wohlbefinden der Belegschaft abzielen, Produktivitätssteigerungen versprechen. Gegenwärtig verfügt laut Studie nur ein Drittel der Unternehmen über eine Wellbeing-Kultur, doch 83 Prozent gaben an, hier künftig mehr tun zu wollen. 74 Prozent sehen entsprechende Programme als wertsteigernd an, sowohl im Hinblick auf die direkte Produktivität als auch mit Blick auf die Mitarbeiterloyalität und Attraktivität für neue Mitarbeiter. 52 Prozent der Unternehmen denken, dass eine Wohlfühlkultur die Unterstützung der Unternehmensführung braucht. Aber das könnte sich lohnen, denn 92 Prozent der Mitarbeiter betrachten Bemühungen in diese Richtung als sehr positiv.
Xerox-Pressemitteilung, 8.11.16

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Stress fängt schon in der Lehre an 
Mittwoch, 16. November 2016 - Studien
Stress im Job ist längst kein Phänomen mehr, dass nur jene betrifft, die schon seit Jahren im Berufsleben stehen. Eine Umfrage der Gewerkschaft Verdi unter Auszubildenden zeigt: Beinahe die Hälfte der Berufseinsteiger klagt bereits über Überstunden, körperliche Belastung oder zu viele Arbeitsaufgaben. Zwar sind mehr als 80 Prozent der Befragten grundsätzlich zufrieden mit ihrer Berufsausbildung, doch vielen sitzt auch die Unsicherheit der eigenen beruflichen Zukunft im Nacken, denn nur jeder zweite Azubi erhält eine Übernahmegarantie nach der Lehre.
Auszubildende klagen über viele Überstunden, WiWo 7.11.16

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Konkurrenz fördert den Elan 
Freitag, 11. November 2016 - Studien
Der innere Schweinehund überwindet sich anscheinend am leichtesten, wenn man das eigene Engagement mit den Leistungen anderer vergleicht. Diesen Schluss legt eine amerikanische Studie nahe, bei der mit 800 Probanden untersucht wurde, welche Anreize die Teilnahme an einem Gesundheitsprogramm besonders fördern. Alle Studienteilnehmer nahmen an einem Fitnessprogramm teil und wurden in vier Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder der "Einzel-Wettbewerb-Gruppe" wurden regelmäßig anonymisiert über die Leistungen ihrer Mitstreiter informiert. Bei der "Team-Wettkampf-Gruppe" wurden lediglich die Gesamtleistungen der Gruppe erfasst. Mitglieder der "Team-Support-Gruppe" erhielten keine Informationen zu den erbrachten Leistungen, sondern wurden angehalten, sich via Social Media über ihre Fortschritte auszutauschen. Die Kontrollgruppe absolvierte schlicht das Training. Nach elf Wochen zeigte sich: Die "Team-Wettkampf-Gruppe" hatte den größten Trainingseifer an den Tag gelegt, gefolgt von der "Einzel-Wettbewerb-Gruppe". Die Leistungen der Kontrollgruppe erreichten nur gut die Hälfte des Wertes der Team-Kämpfer. Am wenigsten trainierte die Social-Media-Gruppe. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Wettbewerbsfaktor eine deutliche Motivation darstellt und hier insbesondere im Gruppenverbund, denn wo die eigene Nicht-Leistung den Gesamtschnitt nach unten zieht, scheinen sich viele umso angespornter zu fühlen.
Konkurrenz belebt Trainingsbereitschaft, wissenschaft.de 31.10.16

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