Plädoyer für faire Produkte aus der Region 
Dienstag, 28. April 2009 - Success Stories
Für die April-Ausgabe des Magazins info3 habe ich mit dem Mitbegründer der Zunft AG Christoph Hinderfeld über das Thema nachhaltige Produkte gesprochen. Die Zunft AG tritt an, um Orte zu schaffen, an denen regionale Manufakturen ihre Produkte anbieten können und so transparente Märkte schaffen, bei denen die Verbraucher wieder nachvollziehen können, woher Waren kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. "In der Beliebigkeit der heutigen Zeit sucht der Mensch wieder nach Anhaltspunkten für die Beurteilung von Waren und Diensten. Da kommen automatisch Nachhaltigkeit, Authentizität und vor allem auch der Wunsch nach Transparenz ins Spiel", sagt Hinderfeld. Für ihn stellt das Manufakturwesen eine wichtige Ergänzung zu den internationalen Handelskanälen dar: "Das Manufakturwesen kann und soll Massenware nicht ersetzen. Es kann sie aber sinnvoll ergänzen und dazu führen, dass der moderne Mensch wieder erlebt, wie ein gutes Produkt entsteht, und erfährt, worauf man als verantwortungsbewusster Kunde achten sollte."
Download des vollständigen Interviews


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Es geht auch anders - Danone praktiziert Nachhaltigkeit 
Dienstag, 21. April 2009 - Success Stories
Die Danone-Gruppe ist schon länger sozial engagiert und versteht ihre Aktivitäten bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation vor allem in Schwellenländern nicht als karitatives Engagement. Vielmehr sind die Danone-Aktivitäten ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich eine wohlverstandene Corporate Citizenship unmittelbar ins operative Geschäft integrieren lässt - zum Vorteil für alle Beteiligten. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt Franck Riboud, Vorstandsvorsitzender der französischen Danone-Gruppe, warum eine unterschwellig auf "Wirtschaftsförderung" ausgerichtete Unternehmenspolitik für alle Beteiligten nicht nur materiellen Gewinn birgt, sondern auch Sinn macht. So ist der Konzern sehr engagiert darin, in Ländern wie Indonesien oder Bangladesch mit den Menschen vor Ort neue Produktions- und Vertriebswege aufzubauen (in Bangladesch gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus). Einheimische Mitarbeiter werden geschult und erhalten Arbeit. Die typischen Danone-Produkte werden auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst. So produziert Danone im Joint-Venture mit Grameen in Bangladesch ein mit Nährstoffen angereichertes Joghurt, das die Bevölkerung mit lebenswichtigen Vitaminen versorgen soll - zu einem Preis, den sich die potenziellen Kunden auch leisten können. "Wenn man nicht in das wirtschaftliche Umfeld investiert, kommt niemand voran", so die Devise von Danone-Chef Riboud. Der vom Unternehmen aufgelegte Fonds "Ökosystem" adressiert die ökologische und ökonomische Entwicklung verschiedener Regionen. 100 Millionen Euro sind bereits hineingeflossen und zusätzlich wird jedes Jahr ein Prozent des Danone-Nettogewinns investiert. Diese an Nachhaltigkeit orientierte Ausrichtung schafft auch innerhalb des Unternehmens neue Perspektiven. "Wir erzielen für unsere Mitarbeiter, vor allem die Manager, einen wichtigen Effekt: Man muss ihrer täglichen Arbeit einen Sinn geben und den Beschäftigten den Stolz auf das eigene Unternehmen. Wenn man die Leute nur mit Boni ködert, fährt man vor die Wand. Das gilt in der Krise noch mehr als sonst. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter sich hängenlassen und die Krise als gegeben hinnehmen, statt sie zu bekämpfen", sagt Riboud. Die Mitarbeiter haben längst zu einer besonderen Verbundenheit mit dem Unternehmen gefunden. So investieren viele ihre Erfolgsbeteiligungen in den Fonds "Danone Communities", der im sozialen Business aktiv ist - und selbst im Krisenjahr 2008 seinen Wert um drei Prozent steigerte. Die Managervergütungen richtet Danone an langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zielen aus. So haben die Evian-Mitarbeiter das Ziel, bis 2011 das Mineralwasser CO2-neutral herzustellen.
"Wer nur mit Boni ködert, fährt vor die Wand", FAZ 15.4.2009



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Die Sinnkomponente der Wirtschaft 
Montag, 30. März 2009 - Success Stories
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Alnatura hält der Gründer der Biolebensmittel-Kette Götz Rehn Rückschau und reflektiert über die seiner Ansicht nach notwendigen Sinnbezüge, die wirtschaftliches Handeln entfalten sollte. Für den Anthroposophen steht dabei der Mensch immer im Mittelpunkt. "Ich möchte mit Alnatura mehr Sinn in die Welt bringen und will dazu beitragen, dass die Natur sich durch die Hilfe des Menschen – durch die Bio-Landwirtschaft – besser entfalten kann. Wir wollen eine Gesellschaft in Freiheit ermöglichen helfen. Durch ein ganzheitliches Denken – das ist unser intensives Streben – soll unser wirtschaftliches Handeln fair zur Erde und respektvoll zum Menschen sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Wirtschaft immer einer Sinnbestimmung bedarf, die jenseits ökonomischer Kenngrößen liegt. Wir verantworten die Folgen unseres Tuns weit über dieses Unternehmen hinaus", sagt Rehn. Mit Alnatura geht es ihm demzufolge nicht nur um den Verkauf von Biolebensmitteln, sondern um wesensgerechtes, ganzheitliches Denken, um Kooperation und Transparenz. Wie das in der gelebten Praxis aussieht, zeigt beispielsweise die "Alnatura Erfahrungsschule", in der die Auszubildenden aus eigener Erfahrung heraus lernen - am Arbeitsplatz, im Rahmen von Theaterprojekten oder wenn sie eigenverantwortlich einen der Alnatura-Märkte führen dürfen. "Wir wollen durch unsere Taten immer originellere und ursprünglichere Leistungen schöpfen. Dies verstehen wir unter einer 'Veredelung' der Arbeitsbedingungen und Produkte durch Menschen", so Rehn.
"Wirtschaften mit Sinn", Alnatura-Webseite 1.3.2009


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Cradle to Cradle - Öko ohne Verzicht 
Mittwoch, 25. März 2009 - Success Stories
Die taz widmet dem Umweltchemiker Michael Braungart und seinem Cradle-to-Cradle (Von der Wiege bis zur Wiege)-Konzept einen großen Artikel. Mit neuen Produktionsmethoden und -prinzipien will Braungart für zahlreiche Produkte einen nahtlosen Materialkreislauf realisieren. Produkte sollen künftig vollständig recycelt werden können, so dass keine Abfälle mehr entstehen und zugleich die natürlichen Ressourcen nicht über Gebühr belastet beziehungsweise verbraucht werden. Recyclingfähige Turnschuhe von Nike, kompostierbare T-Shirts von Trigema und ein Bürostuhl namens Think!, dessen Einzelteile sich kompostieren oder wieder dem technischen Kreislauf zuführen lassen, zeigen das große Interesse der Industrie am Cradle-to-Cradle-Prinzip. Braungart hat bisher mehr als 600 Produkte entwickelt, die diesem Prinzip folgen. Braungart kritisiert schon einmal den typisch deutschen technischen Umweltperfektionismus, der an der falschen Stelle ansetzt und von Grund auf falsch konzipierte Systeme optimiert. Der Chemiker rät dazu, weniger in Schuldkategorien zu denken (CO2-Ausstoß verringern, Nullemission, Passivhaus), sondern besser die Fülle der Natur richtig zu nutzen.
"Der Umweltretter Michael Braungart", taz 7.3.2009


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BASF engagiert sich im Social Business 
Donnerstag, 19. März 2009 - Success Stories
Der Chemiekonzern BASF ist ein Joint Venture mit der von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründeten Grameen Bank bzw. deren Tochter Grameen Healthcare Trust eingegangen. Ziel ist es, die armen Bevölkerungsschichten von Bangladesch mit Portionsbeuteln mit Vitamien und Spurenelementen sowie mit Moskitonetzen zu versorgen und durch die Gründung eines Unternehmens neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Das Geschäftsmodell ist so angelegt, dass die beteiligten Partner ihr Anfangsinvestment aus den Geschäftserlösen zurückerhalten und darüber hinaus gehende Gewinne in das Unternehmen reinvestiert werden. „Unser gemeinsames Social Business soll Menschen die Möglichkeit eröffnen, am Geschäftsleben aktiv und erfolgreich teilzunehmen. Je mehr Menschen das tun – sei es als Geschäftspartner, Kunden oder als Mitarbeiter – desto besser für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes und seiner Menschen. In die unternehmerische Fähigkeit von Menschen zu investieren, liegt daher auch in der Verantwortung von Unternehmen", so Dr. Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Vorstandes von BASF SE.
"Social Business: Joint Venture BASF Grameen Ltd. gegründet", Glocalist 5.3.09


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Global Alliance for Banking on Values gegründet 
Montag, 16. März 2009 - Success Stories
Anfang März haben elf der weltweit führenden nachhaltigen Banken die Global Alliance for Banking Values gegründet. Die Banken, die sich alle sozial-ökologischen Werten verschrieben haben, verfügen über sieben Millionen in 20 Ländern und über Einlagen von mehr als zehn Milliarden Dollar. Mit von der Partie ist auch die GLS Bank aus Bochum. Ziel der neuen Allianz ist es, die von den Mitgliedern entwickelten Arbeitsweisen und Finanzierungsinstrumente international zu bündeln, Organisationen aufzubauen, die besser auf nachhaltige Ziele ausgerichtet sind, und neue Eigentumsformen sowie ökonomische Kooperationen zu schaffen.
Pressemitteilung GLS-Bank


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Philips als Vorreiter in Sachen Umwelt 
Montag, 9. März 2009 - Success Stories
Der niederländische Elektronikkonzern Philips illustriert einmal mehr, dass Unternehmen davon profitieren können, wenn sie die Produktion ihrer Produkte möglichst umweltfreundlich gestalten und auch auf sinkende Energiekosten beim Betrieb von Geräten achten. 2008 entfiel rund ein Viertel des Gesamtumsatzes von 26,4 Milliarden Euro auf so genannte grüne Produkte. Mittelfristiges Unternehmensziel ist es, diesen Anteil auf 30 Prozent zu erhöhen. Dass eine solche Neuorientierung auch in überschaubaren Zeiträumen möglich ist, zeigt die rasante Entwicklung des von Philips 2007 formulierten Nachhaltigkeitsprogramms Ecovision. In jedem Jahr hatten die grünen Produkte bereits einen Anteil von 20 Prozent am Produktportfolio, 2008 waren es schon 25 Prozent. Das Unternehmen investierte 2008 282 Millionen Euro in grüne Technologien. Dabei achtet der Hersteller auf die Energieeffizienz im Produktionsprozess, auf Verpackung, Gewicht, Lebensdauer, Minimierung gefährlicher Substanzen und optimale Wiederverwendung beziehungsweise Entsorgung. In diesen Kategorien sollen neue Produkte jeweils um zehn Prozent besser abschneiden als ihre Vorgänger. Darüber hinaus spielen Innovationen eine wichtige Rolle für das Produktportfolio. So wurden 2008 insgesamt 91 neue grüne Produkte auf den Markt gebracht. Ein neuer medizinischer Scanner beispielsweise benötigt 30 Prozent weniger Energie als vergleichbare Geräte. Privatkunden können von einem neuen Wasserkocher profitieren, der die benötigte Wassermenge für eine vorgegebene Anzahl von Tassen genau anzeigt, so dass nur so viel Wasser erwärmt wie auch benötigt wird - woraus ein Einsparungspotenzial von einem Drittel der Energie resultiert.
"Philips setzt auf umweltverträgliche Produkte", FAZ 23.2.09



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Social Banking im Aufwind 
Freitag, 9. Januar 2009 - Success Stories
Das Handelsblatt stellt in einem Artikel das Institut für Social Banking (ISB) vor, das von zwölf europäischen Sozialbanken gegründet wurde und einen Masterstudiengang "Social Banking und Social Finance" anbietet. "Nachhaltigkeit ist für Sozialbanken wichtiger als schnelle Rendite. Der Ansatz zahlt sich aus: Sozialbanken wachsen aus eigener Kraft und stetig, aufgrund der Finanzkrise derzeit sogar stark", schreibt das Handelsblatt. So kann beispielsweise die Bochumer GLS Bank gegenwärtig einen wöchentlichen Anstieg des Anlagevolumens um zehn bis 20 Millionen Euro verbuchen. Dem ISB geht es mit seinem Studiengang vor allem um Einstellungsänderungen. "Wir bringen unseren Studierenden bei, ihre Arbeit systematisch zu hinterfragen", sagt etwa der am ISB lehrende Finanzwissenschaftler Sven Remer. Den Sozialbankern geht es darum, die Arbeit stetig mit dem eigenen Wertesystem abzugleichen und sich auch kritische Fragen zum eigenen beruflichen Wirken zu stellen, beispielsweise ob ein Wachstum allein um des Wachstums willen sinnvoll ist, wenn man dafür seine Prinzipien und Werte verleugnen muss. Das ISB soll den Führungsnachwuchs der bestehenden Sozialbanken für die Übernahme neuer Positionen vorbereiten, dient aber auch Mitarbeitern konventioneller Banken zur Weiterbildung, beispielsweise wenn es um die Spezialisierung auf nachhaltige Geldanlagen geht.
"Die Geldverbesserer", HB 31.12.2008


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