Nachhaltigkeitswerbung muss ehrlich sein 
Dienstag, 30. September 2008 - Studien
Das Thema Nachhaltigkeit ist bei Unternehmen gegenwärtig en vogue. Doch nicht immer kommen die vermittelten Botschaften beim Publikum, seien es wirtschaftliche Partner, Mitarbeiter oder Kunden, so positiv an, wie sie gemeint sind. Vielfacher, durch immer mehr Studien belegter Grund: Viele Firmen benutzen die Nachhaltigkeitskommunikation und -werbung, um ihr Image aufzuhübschen, lassen jedoch nicht zwingend auch entsprechende Taten folgen. Die Arcandor AG ließ nun eine Studie anfertigen, in der die Nachhaltigkeitswerbung im Bereich Tourismus und Handel über 17 Monate untersucht wurde, um nicht nur den Ist-Zustand dieser Werbeform zu evaluieren, sondern auch nach Leitlinien für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitswerbung zu suchen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Michael Aßländer vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel. Das Ergebnis: Nachhaltige Werbung macht dann Sinn, wenn Unternehmen sich nicht mehr nur auf einzelne Aspekte ihres unternehmerischen Handelns beziehen, sondern das komplexe Gesamtbild ihrer Aktivitäten ins Visier nehmen - und die Selbstdarstellung konsequent mit entsprechendem Handeln untermauern. Als wichtigste Punkte wirklich nachhaltiger Werbung sieht die Studie einen respektvollen Umgang mit Mensch und Natur, Aussagen, die die Rechte und Meinungen anderer respektieren, einen sensiblen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen, eine ehrliche Botschaft und den verantwortlichen Umgang mit den durch die Botschaft ausgelösten gesellschaftlichen Prozessen. Betrachtet man die allgemeine Formulierung dieser Aspekte, so wird deutlich, dass Nachhaltigkeitswerbung sich nicht auf ein Schema F verlassen kann und darf, sondern darauf angewiesen ist, dass Unternehmen ihre diesbezüglichen Bemühungen immer wieder durchdenken und prozesshaft den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen. Die Studie ist kostenlos erhältlich unter office@glocalist.com.

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Postmaterialistische Werte nehmen zu 
Donnerstag, 25. September 2008 - Studien
Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auf Basis des Soziooekonomischen Panels zeigen, dass in Deutschland die postmaterialistischen Werte immer wichtiger werden. So stieg in Westdeutschland der Anteil der Postmaterialisten in den letzten 20 Jahren von 38 auf 47 Prozent, in Ostdeutschland von 22 auf 45 Prozent. Unter Materialismus verstehen die Sozialwissenschaften, dass Menschen Sicherheit, wirtschaftlichen Aufstieg und ökonomische Absicherung höher bewerten als so genannte postmaterialistische Ziele wie individuelle Selbstentfaltung, Emanzipation, politische Mitbestimmung oder auch politische Ziele wie Umweltschutz. Eine Datenbetrachtung über mehrere Jahrzehnte belegt, dass die jüngsten Entwicklungen die Fortsetzung der allgemeinen Tendenz sind, dass jede Folgegeneration postmaterialistischer eingestellt ist als ihre vorhergehende Generation. Vor allem Selbstständige, Freiberufler, leitende Angestellte und Beamte weisen mit 55 Prozent einen hohen Anteil an Postmaterialisten auf, während es bei den Arbeitern nur 44 Prozent sind. Spitzenwerte weisen die Freiberufler und Selbstständigen ohne Mitarbeiter (61 Prozent) auf sowie die Auszubildenden (60 Prozent). Betrachtet man die Parteibindung, finden sich die meisten Postmaterialisten unter den Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen (74 Prozent) und bei der Linken (60 Prozent).
DIW-Wochenbericht 20.8.2008



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Sozialkapital mehrt den Unternehmenserfolg 
Mittwoch, 24. September 2008 - Studien
Ein guter Führungsstil und ein positives Betriebsklima steigern die Wettbewerbsfähigkeit und beflügeln den Unternehmenserfolg. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bielefeld zum Thema Sozialkapital. Die Gesundheitsökonomen verglichen die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen verschiedener Abteilungen von Firmen, darunter 20 Filialen einer Großbank, mit deren Sozialkapital. In der Befragung von mehr als 2.500 Angestellten zeigte sich, dass Wertschätzung und ein mitarbeiterorientierter Führungsstil die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer positiv beeinflussen, was bessere Geschäftsabschlüsse nach sich zieht. Um Unternehmen zu mehr Mitarbeiterorientierung anzuhalten, schlagen die Wissenschaftler vor, dass die Sozialversicherungsträger die Unternehmen, die in dieses Feld investieren, belohnen und solche, die es nicht tun, abstrafen könnten, denn schlechter Führungsstil schlage sich in hohen Krankenständen und Frühverrentungen nieder - Folgen, die die Solidargemeinschaft belasten (und nebenbei auch die Firmen selbst).
"Führerschein für Chefs", HB 18.9.2008


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Jeder achte Arbeitnehmer ist schon einmal gemobbt worden 
Dienstag, 23. September 2008 - Studien
Das Klima in den Unternehmen wird immer rauer. Eine Umfrage des IFAK-Instituts zeigt: bereits jeder achte Arbeitnehmer (13 Prozent) ist schon einmal gemobbt worden - ein leichter Anstieg um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahren werden häufig Opfer von Mobbing. So stieg in dieser Altersgruppe die Zahl der Betroffenen von 16 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 20 Prozent. Das Mobbing-Phänomen hat viele Gesichter. So nannten die Betroffenen an erster Stelle das bewusste Vorenthalten von Informationen (63 Prozent). Auch das bewusste Schlechtmachen vor anderen Personen (62 Prozent), das Verbreiten von Lügen und Gerüchten (56 Prozent), das bewusste "ins Messer laufen lassen" (53 Prozent), Nichtbeachtetwerden (44 Prozent) und bewusstes Weiterleiten von Fehlinformationen (42 Prozent) machen den Betroffenen den Arbeitsalltag schwer. Die Repräsentativumfrage zeigt, dass Mobbing ein wahrer Produktivitätskiller ist, denn die Betroffenen weisen fast doppelt so viele Fehltage auf wie Kollegen, die nicht Opfer solcher Attacken werden (12,2 zu 6,5 Fehltage pro Jahr).
IFAK-Studie


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HR-Management geht nicht in Führung 
Donnerstag, 18. September 2008 - Studien
Das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare zeigt in einer Übersicht über verschiedene Studien zum Stellenwert des Human Resource Management, dass die Personalabteilungen in Unternehmen anscheinend deutlichen Nachholbedarf haben, wenn es um die Gestaltung der Unternehmenskultur und die Förderung der Innovationsfähigkeit geht. Dem HR-Kompetenzbarometer 2008, das vom Personalmagazin und der Beratung Droege & Comp. erhoben wurde, besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Personaler und der Perspektive des Managements. Zugrunde gelegt wurde eine Skala von 1 (trifft voll zu) bis 5 (trifft gar nicht zu). Während die Personaler sich bei der aktiven Förderung der Unternehmenskultur eine 2,2 geben, liegen sie aus Sicht des Managements hier nur bei 2,7, leisten also einen eher mäßigen Beitrag. Die Beteiligung an strategischen Entscheidungen liegt im selben Bereich, wenngleich Manager (2,7) und Personaler (2,8) hier in ihren Einschätzungen dicht beieinander liegen. Während sich die Personaler für das Vorantreiben von Veränderungen und das Forcieren von Entscheidungen eine 2,5 geben, sieht das Management ihren Anteil nur bei einer 2,8. Eine Studie von Kienbaum stützt diese Ergebnisse. So sind laut Kienbaum nur 56 Prozent der Personaler in strategische Fragen einbezogen, und als Generator von Innovationen sehen sich nur 28 Prozent von ihnen.
"Führungskräfte erwarten mehr vom HR-Management", ManagerSeminare September 2008


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Sinus Sociovision sieht 20 Prozent Lohas-Anhänger 
Mittwoch, 17. September 2008 - Studien
Die Diskussion über die neuen Anhänger der so genannten Lifestyles of Health and Sustainability (Lohas - auf deutsch: gesunde und nachhaltige Lebensstile) bekommt neue Nahrung. Nachdem kürzlich eine Studie von AC Nielsen etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung als Lohas-Anhänger bezifferte, bremsen die Sinus-Forscher die Euphorie ein wenig. Das Institut kommt in eigenen Studien, die unter anderem Orientierungen zu Nachhaltigkeit und sozial-ökologischer Verantwortung über mehrere Jahre beobachtet haben, zu dem Ergebnis, dass etwa 20 Prozent aller Deutschen zur Lohas-Zielgruppe zu zählen sind. Das von Sinus Sociovision ermittelte Lohas-Profil: "Sie wollen Nachhaltigkeit, aber lehnen die Askese der alten Öko-Fraktion ab. Sie sind ober- und mittelschichtig und konsumieren gerne. Sie sind sehr werteorientiert, aber auch widersprüchlich. Sie postulieren klare Haltungen, setzen diese auch immer mal wieder in Konsumentscheidungen um, lassen aber auch mal Fünfe gerade sein." Zwar betrachten die Forscher von Sinus Sociovision diese Bevölkerungsgruppe als dynamischen Motor des Wandels, sie warnen jedoch auch davor, die Wirkung und Kraft der Bewegung zu überschätzen: "Sie sind vielmehr die Spitze eines Eisberges: Was viele Menschen umtreibt, haben sie zur Weltanschauung stilisiert. Das ist einerseits ihre Stärke, markiert aber langfristig auch ihre Grenzen. Denn diese ethisch anspruchsvolle, betont selbstbewusste und auch fordernde Haltung trifft in weiten Teilen der weniger gut betuchten Bevölkerung auf Skepsis: Viele Vorschläge der Lohas passen nicht zu ihrer Geldbörse, ihren Konsumpräferenzen und ihren Lebensweisen. Gegenwind bekommen die Lohas aber auch von anderer Seite: von den jüngeren, postmodern geprägten Gruppen in der Gesellschaft, die dem ethisch-moralisch fundierten Weltbild der Lohas schon länger distanziert gegenüberstehen. Entgegen den Prognosen einiger Euphoriker unter den Trendforschern sind die Lohas also nicht mehrheitsfähig."
"Ist Tübingen die Hauptstadt der Lohas?", NL Sinus Sociovision


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Firmen ignorieren die Kreativität der Mitarbeiter 
Dienstag, 16. September 2008 - Studien
Eine Umfrage der Leipzig Graduate School of Management zeigt: Viele Firmen ignorieren die Kreativitätspotenziale ihrer Mitarbeiter. Laut der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.263 Bürgern im gesamten Bundesgebiet weisen 59,3 Prozent ein mittleres Kreativitätspotenzial ("Kreatives Mittelmaß"), 6,7 Prozent ein geringes ("Kreativitätsmuffel") und 34 Prozent der Befragten ein hohes Kreativitätspotenzial ("Kreative Avantgarde") auf. Innerhalb der "Avantgarde" zeigen sogar 0,2 Prozent der Bundesbürger eine extrem hohe kreative Veranlagung ("Kreativitätsfreaks"). Erfasst wurde das Kreativitätspotenzial mittels 30 Indikatoren gemäß dem in "Creative Personality Scale Test". Hier schätzen sich kreative Menschen unter anderem als kompetent, individualistisch, erfinderisch, nachdenklich, selbstbewusst und unkonventionell ein. In einem zweiten Schritt fragen die Forscher, wie dieses Potenzial im Arbeitsalltag genutzt werden könne. Die Ergebnisse sind ernüchtern. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten betrachten ihr Arbeitsumfeld als die Kreativität sehr gut fördernd, immerhin noch 31,7 Prozent schätzten es als gut fördernd ein. Die große Mehrheit, nämlich 64,9 Prozent der Befragten, gab dagegen an, in einem die Kreativität nur mittelmäßig bis sehr gering förderndem Umfeld zu arbeiten.
Studie der Leipzig Graduate School of Management


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Nachholbedarf in Sachen Produktivität 
Donnerstag, 11. September 2008 - Studien
Das Schwächeln der deutschen Wirtschaft hängt unter anderem mit der nachlassenden Produktivität im internationalen Vergleich zusammen, so das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. So fällt Deutschland seit 20 Jahren beim Produktivitätswachstum stetig zurück. Die DIW-Forscher untersuchten die Arbeitsstundenproduktivität innerhalb der OECD-Länder der Jahre 1995 bis 2006. Das Produktivitätswachstum ging in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1,9 Prozent in den Jahren 1995 bis 2000 auf 1,4 Prozent in den Jahren 2001 bis 2006 zurück. Zwar liegt der Wert immer noch höher als in der Eurozone (1,2 Prozent), jedoch niedriger als in den G7-Ländern (1,9 Prozent). Länder wie die USA oder Großbritannien schneiden mit 2,2 Prozent deutlich besser ab. Die Forscher nennen als Hauptgründe für das Zurückfallen der deutschen Wirtschaft den verhältnismäßig zurückhaltenden Einsatz von Informationstechnologie und mahnen zudem mehr Investitionen in Humankapital, Qualifikation und Bildung an sowie die Erschließung neuer Wachstumsfelder.
Pressemitteilung des DIW


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