Alternativbanken fordern Entschlackung des Finanzsystems 
Freitag, 12. Dezember 2008 - Management
Die internationale Association for Investors in Social Economy (INAISE), zu der sich die sozial-ökonomisch orientierten Banken Banca Etica (Italien), Cultura Bank (Norwegen), Ecological Building (Großbritannien), Ekobanken (Schweden), Freie Gemeinschaftsbank (Schweiz), GLS Bank (Deutschland) und Merkur Bank (Dänemark) zusammengeschlossen haben, haben ein 8-Punkte-Programm erarbeitet, mit dem der gegenwärtigen Finanzkrise begegnet und künftige Systemkrisen verhindert werden sollen. Die Banken fordern darin eine klare Ausrichtung aller Finanzdienstleister auf die Bedürfnisse der Realwirtschaft und eine deutliche Reduktion von Finanzinstrumenten, die dieser nicht dienen. Darüber hinaus fordern die Institute verschiedene ordnungspolitische Maßnahmen, darunter das Einbeziehen von Vermögenswerten in Inflationsrisiken, den Abbau regulatorischer Unterschiede zwischen den verschiedenen Staaten, die gegenwärtig noch für Finanzinstrumente genutzt werden, Regelungen für Rating-Agenturen, die Interessenkonflikte beseitigen, und eine einfache Produktgestaltung. Aufgrund der Finanzkrise erfreuen sich die Alternativbanken gegenwärtig großen Zuspruchs. Die in der INAISE zusammengeschlossenen Institute betreuen rund 150.000 Kunden und haben ein gemeinsames Bilanzvolumen von mehr als acht Milliarden Euro. Sie beabsichtigen, ihrem 8-Punkte-Programm öffentlich Nachdruck zu verleihen und gemeinsam mit dem von Jakob von Uexküll ins Leben gerufenen World Future Council den politischen Entscheidungsträgern aktiv globale Rahmenbedingungen für die neue Finanzwirtschaft im Sinne von "Best Policies" näher zu bringen.
Pressemitteilung GLS Bank


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Im Business dominieren leistungsbezogene Analytiker 
Mittwoch, 10. Dezember 2008 - Management
Eine Fallstudie des Beratungsunternehmens SizeSuccess macht deutlich: Über alle Management-Ebenen hinweg ist der Typus des leistungsbezogenen Analytikers sehr weit verbreitet. Die Beratung untersuchte in einem Zeitraum von sechs Jahren knapp 1.600 Führungskräfte eines 180.000-Mitarbeiter IT-Konzerns mit einem Jahresumsatz von 20 Milliarden Euro. Die Berater legten dabei ein Persönlichkeitsanalyse-Modell mit sechs Typen zugrunde: Analytiker, Aktiver, Einfühlsamer, Kreativer, Ruhiger, Bewahrer. Sehr weit verbreitet über alle Führungsebenen ist dabei der leistungsbezogene Analytiker, der durch Fachwissen, Expertise und Genauigkeit glänzt, aber auch zu Perfektionismus neigt. Im Top-Management sind es vor allem die Aktiven, die über die Geschicke des Unternehmens bestimmen. Sie sind besonders durchsetzungsfähig, zeigen viel Initiative und packen Probleme rasch an. Im Mittelmanagement hingegen sind die Bewahrer ein sehr verbreiteter Typus. Deutlich unterrepräsentiert waren dagegen in allen Führungsebenen die Kreativen, die Einfühlsamen und die Ruhigen. Die Berater resümieren: Nur eine gesunde Mischung aus allen Typen trägt nachhaltig zum Unternehmenserfolg bei, während eine zu geringe Präsenz der eher menschenbezogenen Typen schnell zu Einseitigkeit führe.
"Kreative und Einfühlsame sind Mangelware", ManagerSeminare Dezember 2008


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Dilemma: Zwischen Authentizität und Anpassung 
Montag, 8. Dezember 2008 - Management
Das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare geht in seiner Dezember-Ausgabe dem Thema Authentizität auf den Grund. Diplompsychologe Rainer Niermeyer warnt davor, dass das Bedürfnis nach möglichst viel persönlicher Echtheit im Business leicht zur beruflichen Einbahnstraße werde und es zudem ein Irrglaube sei, dass Authentizität im Job überhaupt gefragt sei. Niermeyer argumentiert, dass es vor allem etablierte Rollenmodelle sind, die im Business für Verlässlichkeit sorgen. Wer ausschere aus dem Raster des Erwarteten, katapultiere sich leicht in eine Außenseiterposition. "Wer versucht, mit einer 'Sei-du-selbst-Philosophie' zu reüssieren, wird scheitern. Der Hauptgrund: Soziale Systeme sind nicht auf Authentizität angelegt, sondern auf Rollen", so der Psychologe. Er rät Führungskräften, sich lieber daran zu orientieren, was das Umfeld erwarte, und sich gegebenenfalls anzupassen. Niermeyer, der früher unter anderem in der Geschäftsleitung von Kienbaum tätig war, verkennt in seiner Argumentation jedoch, dass gerade die festgefahrenen Rollen es sind, die viele Unternehmen zunehmend erstarren lassen. Denn wenn Führungskräfte immer wieder nur einmal definierten und nicht mehr hinterfragten Erwartungen folgen, werden sie so starr wie ihre Organigramme. Gerade die unverwechselbare Persönlichkeit ist es ja, die neue Impulse setzt, wenn sie im Unternehmensalltag gelebt wird.
"Irrglaube Authentizität", ManagerSeminare Dezember 2008


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Coaching wird im Mittelmanagement noch als Schwäche gesehen 
Freitag, 28. November 2008 - Management
Coaching liegt im Trend. Doch vor allem im Mittelmanagement ist ein solches Outing noch immer mit einem Makel behaftet, denn den Führungskräften dieser Hierarchieebene werde der Bedarf nach professioneller Begleitung oft als Eingeständnis fehlender Kompetenzen ausgelegt, so Franz-Josef Nuß, Partner bei Ray & Berndtson. Wer bereits in der Vorstandsetage angekommen ist, könne sich dagegen eher der Anerkennung der Vorstandskollegen sicher sein, wenn er sich als Coachee outet, denn hier gelte das Motto: "Der ist schon einer der besten, will sich aber trotzdem weiterentwickeln und an seinen Ecken und Kanten arbeiten." Auch bei Managern im unteren Management, beispielsweise auf Teamleiter-Ebene, wird Coaching nicht zum Karrierekiller, denn von Mitarbeitern dieser Hierarchieebene scheint man ohnehin anzunehmen, dass sie noch am Anfang ihres beruflichen Weges stehen und deshalb in dieser Lernphase ruhig auf externe Unterstützung zurückgreifen sollten.
"Keine Bange vor dem Outing", WiWo 17.11.2008


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Das Mangelgefühl überwinden 
Donnerstag, 27. November 2008 - Management
Das Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften interviewt den Vorstand der Schweisfurth-Stiftung Franz Theo Gottwald zur Frage, wie eine Nachhaltigkeitskultur in der Wirtschaft aussehen kann, die über reine Imagemaßnahmen hinaus geht. "Nachhaltigkeit heißt, dass etwas bleibt, dass etwas Bestand hat, dass es sich bewährt, auch im Wiederkehren. Ein gutes Image ist also für ein Unternehmen erstrebenswert und wird durch eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie glaubwürdig erreicht. Es entsteht aber nur, wenn die Unternehmenskultur auf die Nutzung von wirklich erneuerbaren Ressourcen für die Güterproduktion oder für die zu erbringenden Dienstleistungen umgestellt wird. Umfassend oder integral heißt, dass alle Funktionsbereiche von diesem Ziel durchdrungen sind. In einer Zeit, wo scheinbar nur der Wandel Bestand hat, bedeutet dies einen anstrengenden Kulturwandel", so Gottwald. Der Berater, der auch Mitglied des Expertenrats der 2. Arena für Nachhaltigkeit ist, beobachtet in der Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen eine Perspektive des Mangels, der konstruktiv begegnet werden müsse. "Von den immateriellen Werten her gesehen, also von Glück, Zufriedenheit, von einem guten Leben, herrscht ein alle gesellschaftlichen Schichten durchziehender Mangel. Um diesem Mangel zu begegnen, braucht es die Entwicklung von Nachhaltigkeitskulturen", so Gottwald. Er propagiert deshalb auf der individuellen Ebene einen nachhaltigen Lebensstil sowie ein weitsichtigeres Bewirtschaften der natürlichen Ressourcen sowie des Human- und Sozialkapitals sowie die Entwicklung eines Geists des Gebens.
"Der Geist des Gebens", FNW 21.11.2008



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Auf Mitarbeiter mit Erfahrung setzen 
Dienstag, 25. November 2008 - Management
Das Manager Magazin beleuchtet in einem Artikel, wie und warum Unternehmen gerade von älteren Mitarbeitern mit langjähriger Berufserfahrung besonders profitieren können und deshalb gut daran tun, diese erfahrenen Praktiker nicht aufs Altenteil zu schicken. "Reife und Erfahrung gewinnt in unserem Wirtschaftsumfeld zunehmend an Bedeutung. Gerade Erfahrungs- und implizites Wissen, die Fähigkeit zur Übersicht und ein breites Beziehungsnetzwerk helfen in unserem dynamisch-veränderlichen Wirtschaftsumfeld bei der Bewältigung von Aufgaben", so Ursula Knorr, Projektleiterin an der Executive School der Universität St. Gallen, die die Arbeitnehmer im Alter von 50plus als "Very Experienced Persons" tituliert. Vorteil der Erfahrenen: Sie haben im Laufe ihres Arbeitslebens schon so manche Krise miterlebt - und überstanden. Und sie wissen um ihre eigenen Stärken und Schwächen. "Eine Stärke, die erfahrene Personen mitbringen, ist die Fähigkeit, auftauchende Probleme in Relation zu setzen. Gerade auf hohen Führungsebenen hilft diese Fähigkeit, in Krisenzeiten besonnen und mit größerer Selbstsicherheit zu agieren", so Ursula Knorr.
"Bogenkarriere, nein danke", Manager Magazin 20.11.2008


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Manche MBA-Angebote haben CSR bereits auf dem Radar 
Montag, 24. November 2008 - Management
Der Trend zu mehr unternehmerischer Verantwortung schlägt sich langsam auch in der Weiterbildungslandschaft nieder. So bieten immer mehr Hochschulen in ihren MBA-Studiengängen auch Module zum Thema Corporate Social Responsibility an. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hat sogar seit Anfang 2008 einen Executive MBA im Programm, der schwerpunktmäßig an CSR ausgerichtet ist. Neben dem klassischen Kanon aus BWL und VWL, Strategie, Marketing, Finanzierung und Recht legt der Studiengang Wert auf Führungskompetenzen. Die Haltung der Hochschulen zum Thema CSR ist allerdings nach wie vor eher skeptisch. So zitiert die Financial Times Deutschland den Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Mainz Volker Hentschel mit den der Aussage, dass Führung und Verantwortung "sich nicht so lernen lassen wie Finanzierung und Marketing". Daraus zu schließen, dass man unternehmerische Verantwortung an Hochschulen nicht vermitteln kann, sei jedoch falsch, wirft Dagmar Dirzius-Nonn ein, Studienleiterin des Executive MBA der RWTH International Academy in Aachen: "CSR ist nach unserem Verständnis integraler Bestandteil von sozialer Kompetenz und Führungsverantwortung."
"Nur Plattitüde oder seriöses Lehrfach", FTD 21.11.2008


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Doping in der Führungsetage 
Donnerstag, 13. November 2008 - Management
Studien über die steigenden Belastungen von Führungskräften und Mitarbeitern gibt es bereits zu Hauf. Ein neues Phänomen in der Wirtschaft manifestiert sich dagegen bisher vor allem im Untergrund: Doping. Immer mehr Menschen greifen zu leistungssteigernden Mitteln, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden und ihre Arbeitsleistung auszuweiten. Dem Fachmagazin "Nature" gestanden 62 Prozent von 1.400 anonym befragten Forschern, dass sie schon einmal Ritalin eingenommen haben, um leistungsfähiger zu sein. 44 Prozent griffen auf das Narkolepsie-Mittel Provigil zurück. Die Wirtschaftswoche stellt nun in einem Beitrag fest, dass dieses Phänomen längst auch in der deutschen Wirtschaft Einzug gehalten hat. Die auf Suchterkrankungen spezialisierten Oberbergkliniken verzeichneten in den letzten drei Jahren eine Verdoppelung der therapiebedürftigen Manager. Noch gibt es keine Studien zur Verbreitung des neuen Doping-Phänomens, doch die Indizien zeigen: Nach dem Radsport scheint nun die Wirtschaft dran zu sein.
"Doping im Büro: Was Leistungsdruck anrichtet", WiWo 20.10.2008


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