Chaos in den Führungsköpfen 
Mittwoch, 6. Mai 2009 - Management
Das Manager Magazin hat den Executive Coach Georg Fischer dazu befragt, wie sich die Wirtschaftskrise auf Top-Manager auswirkt. Nach außen geben diese sich nach wie vor als Problemlöser, doch im vertraulichen Gespräch mit dem Coach offenbart sich immer öfter Ratlosigkeit: "Zum Beispiel anhand von bekannten psychosomatischen Symptomen, wie beispielsweise Appetitstörungen, Schlafstörungen, Libidostörungen. Wenn Kopf, Seele und Herz mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind, leidet der Alltagsrhythmus, was viele als sehr quälend empfinden. Das kann im Extremfall sogar zu depressiven Verstimmungen und zu Sinnkrisen führen. Kurzum: Die Welt steht für viele Kopf." Der Führungskräfteberater sieht eine Neigung dazu, das eigene Handlungsumfeld abzuschotten, so dass ein Hinterfragen der unternehmerischen Praxis immer schwieriger wird: "Bei sehr vielen entsteht das Selbstbild der Unfehlbarkeit. Das Selbstbild der unanfechtbaren Hochintelligenz, der unanfechtbaren kritischen Analysefähigkeit und der letztgültigen Entscheidungsmacht und Entscheidungsweisheit. Und wenn ich lange genug daran gearbeitet habe und die dazugehörige Persönlichkeit habe, entsteht ein System, das in sich wasserdicht ist und das keiner Hinterfragung bedarf und auch keine erträgt. Dann ist der Perspektivenwechsel eben nicht mehr möglich." Fischer rät Top-Managern, nicht nur Antworten parat zu haben, sondern die richtigen Fragen zu stellen_ "Es geht in einem sehr hohen Maße um Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Um Vertrauen in die Führungsqualitäten der Führungskräfte, in die Strukturen des Systems, Vertrauen in das Unternehmen. Und wenn man Führung definiert als die Kunst, Menschen zu überzeugen und sie zur Gefolgschaft einzuladen, sodass sie freiwillig das tun, was ich für das Richtige halte für mein Unternehmen, dann muss ich genau darauf setzen und klar führen. Und zur klaren Führung gehört, nicht immer die passende Antwort parat zu haben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Und zur glaubwürdigen Führung gehört bisweilen, gerade in diesen Tagen, auch zu sagen, wo ich keine Rezepte habe. Das ist immer noch viel mehr Führung als zu schweigen und gar nichts zu tun, oder aber so zu tun, als wüsste ich alles. Im Englischen würde man sagen, das ist kein Leadership, das ist Misleading."
"Die Welt steht für viele Kopf", Manager Magazin 20.4.2009


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Sich in den Dienst der Sache stellen 
Dienstag, 5. Mai 2009 - Management
In einem Interview mit dem Harvard Business Manager erklärt Führungs-Guru Ken Blanchard, warum eine reife Persönlichkeit für Führungskräfte so wichtig ist. "Manager müssen sich persönlich stärker einbringen. Statt ständig nach Anerkennung zu trachten, sollten sie sich mehr als Diener der Sache sehen. Statt sich immer wieder Gedanken über den eigenen Status zu machen, sollten Führungskräfte mehr Wert auf die Beziehungen zu ihren Mitarbeitern legen. Es ist nichts Falsches daran, Geld zu verdienen oder Beachtung zu finden. Der große Fehler ist nur, zu denken, dass es das ist, was die Persönlichkeit ausmacht. Materieller Erfolg führt nicht zu mehr Bedeutung, in Wirklichkeit ist es genau umgekehrt", sagt der Leadership-Experte - und obwohl das Gespräch bereits aus dem Jahr 2007 stammt, erweisen sich Blanchards Einschätzungen als aktueller denn je. Blanchard nennt sich "Chief Spiritual Officer" und lebt seine werteorientierten, spirituellen Ideen auch im eigenen Unternehmen: "Ich wende mich jeden Tag mit einer Voice-Mail an unsere Mitarbeiter. Diese Nachricht besteht aus drei Teilen. Wenn ich zum Beispiel weiß, Howards Mutter oder der Sohn von Alison ist verletzt worden oder irgendjemand hatte einen Herzinfarkt, dann bitte ich die Mitarbeiter in meiner Ansprache als Erstes, für diese Kollegen zu beten oder ihnen zu helfen. Eine Gemeinschaft kann sich gegenseitig sehr viel Kraft und Energie geben. Als Zweites lobe ich. Mitarbeiter sagen mir, wer Hervorragendes geleistet hat. Es ist wichtig, dass der Chef diese Anerkennung weiterträgt, denn gute Nachrichten verbreiten sich nun einmal schneller über die Hierarchie. Im dritten Teil schließe ich meist mit einer inspirierenden Botschaft. Diese Botschaften sollen wie Leuchttürme sein. Das heißt, sie sollen Zeichen sein, die die Mitarbeiter ständig daran erinnern, woran wir glauben und wofür wir stehen."
"Werte: Der Chief Spiritual Officer", Harvard Business Manager 3.2007


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Jeder fünfte Manager interessiert sich für Yoga und Meditation 
Montag, 4. Mai 2009 - Studien
24,5 Prozent der deutschen Bevölkerung interessieren sich für Yoga und Meditation, unter den Führungskräften 19,3 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von TNS Infratest unter 1.000 Personen. 14,5 Prozent der Befragten widmen sich der meditativen Praxis konstant, 5,2 Prozent sogar in zunehmendem Maß. Jeweils gut 40 Prozent schätzen die stressabbauende beziehungsweise die gesundheitsfördernde Wirkung. 39,5 Prozent berichten von mental positiven Auswirkungen wie geistiger Ruhe, innerer Kraft oder gesteigerter Konzentrationsfähigkeit.
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Mieses Klima, wachsender Druck 
Donnerstag, 30. April 2009 - Studien
Für viele Manager wird gegenwärtig die Luft dünn. Eine Umfrage der Personalberatung Heidruck & Struggles unter 1.000 Führungskräften zeigt: Das Klima in den Führungsetagen wird stetig rauer und der Rechtfertigungsdruck in der Öffentlichkeit steigt. Etwa 80 Prozent der Führungskräfte sehen sich seit Beginn der Krise einem erhöhten Leistungsdruck ausgesetzt, etwa die Hälfte der Manager muss deutlich mehr arbeiten. 27 Prozent der Befragten klagen über ein schlechter werdendes Betriebsklima. Ganze 87 Prozent spüren, dass sich das Image der Führungsriege durch die Krise drastisch verschlechtert hat. Das schlechte Bild von Führungskräften in der Öffentlichkeit führt bei den Betroffenen zu verstärktem Rechtfertigungsdruck - diesen spüren 60 Prozent der Befragten, wobei die Hälfte dies vor allem im Umgang mit Geschäftspartnern zu spüren bekommt und jeder Vierte auch im Freundes- und Bekanntenkreis.
"Verstärkter Druck, mieses Image", Manager Magazin 22.4.2009


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Erst der Job, dann die Gesundheit 
Mittwoch, 29. April 2009 - Arbeit
Statistisch betrachtet sind die deutschen Arbeitnehmer gesünder denn je. Seit 1980 sank der Krankenstand in Unternehmen von 5,5 auf 3,3 Prozent. Doch hinter den Zahlen ist ein neues Phänomen entstanden: der Präsentismus. Längst nicht mehr erlauben sich erkrankte Angestellte gesundheitsbedingte Auszeiten, nein, sie schleppen sich - aufgrund des Drucks von Kollegen und der Arbeitgeber, aus Angst vor Jobverlust und übertriebenem Pflichtgefühl - auch krank ins Büro. Experten sprechen hier schon von "Krankheitsverleugnung". Das Problem: Auch wenn die Anwesenheit der Mitarbeiter auf dem Papier für gute Zahlen sorgt, profitieren die Unternehmen von diesem verinnerlichten Zwang zur Anwesenheit nicht wirklich. Ganz im Gegenteil, denn verschiedene amerikanische Studien belegen bereits, dass kranke Arbeitnehmer, die dennoch arbeiten, für einen dreifach höheren Produktivitätsverlust sorgen als wenn sie einfach zu Hause blieben.
"Krank, aber im Büro", SZ 21.4.2009


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Plädoyer für faire Produkte aus der Region 
Dienstag, 28. April 2009 - Success Stories
Für die April-Ausgabe des Magazins info3 habe ich mit dem Mitbegründer der Zunft AG Christoph Hinderfeld über das Thema nachhaltige Produkte gesprochen. Die Zunft AG tritt an, um Orte zu schaffen, an denen regionale Manufakturen ihre Produkte anbieten können und so transparente Märkte schaffen, bei denen die Verbraucher wieder nachvollziehen können, woher Waren kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. "In der Beliebigkeit der heutigen Zeit sucht der Mensch wieder nach Anhaltspunkten für die Beurteilung von Waren und Diensten. Da kommen automatisch Nachhaltigkeit, Authentizität und vor allem auch der Wunsch nach Transparenz ins Spiel", sagt Hinderfeld. Für ihn stellt das Manufakturwesen eine wichtige Ergänzung zu den internationalen Handelskanälen dar: "Das Manufakturwesen kann und soll Massenware nicht ersetzen. Es kann sie aber sinnvoll ergänzen und dazu führen, dass der moderne Mensch wieder erlebt, wie ein gutes Produkt entsteht, und erfährt, worauf man als verantwortungsbewusster Kunde achten sollte."
Download des vollständigen Interviews


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Zertifizierungsworkshop zu Spiritueller Intelligenz 
Montag, 27. April 2009 - Veranstaltungen
Die amerikanische Beraterin und Expertin zum Thema “Spirituelle Intelligenz” (SQ) Cindy Wigglesworth wird vom 23. bis 25. Oktober 2009 in Düsseldorf einen Zertifizierungsworkshop für Berater, Coaches und am Thema SQ Interessierte halten. Der von Wigglesworth in Zusammenarbeit mit der University of North Texas entwickelte SQ-Test bildet 21 spezifische Fähigkeiten “Spiritueller Intelligenz” ab und ermöglicht es Organisationen, diese gezielt im Rahmen ihrer Entwicklung zu adressieren. Die Teilnehmer des Workshops durchlaufen den SQ-Test selbst und erhalten eine detaillierte Auswertung. Darüber hinaus wird vermittelt, wie die Arbeit mit dem SQ im unternehmerischen und beraterischen Kontext eingesetzt werden kann.
Info-Blatt zum Download


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Die Krise lässt sich nicht mit alten Rezepten lösen 
Freitag, 24. April 2009 - Management
Anlässlich eines Vortrages des PR-Profis und Zen-Lehrers Paul J. Kohtes zur “Logik des Gebens” vor dem Niederländisch-deutschen Businessclub Kleve haben die Niederrhein Nachrichten ein Interview mit dem Top-Manager veröffentlicht. Henk Raijer sprach mit Paul J. Kohtes unter anderem über die aktuelle Wirtschaftskrise und die nur allzu menschliche Tatsache, dass Menschen sich erst verändern, wenn der Leidensdruck groß genug ist. “Man geht erst zum Arzt, wenn es einem schlecht geht. So ist das auch mit den Managern großer Unternehmen. Viele von denen, die uns jetzt in die Krise geführt haben, hätten besser rechtzeitig anders gehandelt. Aber das ist nun einmal das Symptom jeder Krise. Prophylaktisch wird selten jemand aktiv. Auch auf der persönlichen Ebene ist es leider so, dass wir uns erst in Bewegung setzen und bei uns selbst etwas verändern wollen, wenn der Leidensdruck groß genug ist”, so Paul Kohtes. In seinen Führungskräfte-Coachings und seinen Workshops zu "Zen for Leadership" setzt der Zen-Lehrer und Manager vor allem darauf, die Dinge von einer völlig neuen Seite zu betrachten. “Die Krise mit den gleichen Rezepten zu bewältigen, die uns vorher in die Krise geführt haben, das ist ziemlich mühsam, ja nahezu unmöglich”, sagt Kohtes.
"Heilsame Vollbremsung", Niederrhein Nachrichten 8.4.2009


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