Ältere Arbeitnehmer überzeugen durch Routine 
Donnerstag, 19. Mai 2011 - Studien
Obwohl der demographische Wandel bereits jetzt erahnen lässt, dass in Zukunft auch ältere Arbeitnehmer länger in den Arbeitsprozess eingebunden werden müssen, wenn Deutschland seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten möchte, gilt in vielen Firmen nach wie vor ein Jugenddarwinismus - jüngeren Arbeitnehmern wird eine bessere Performance zugeschrieben, so dass Ältere nur allzu oft außen vor bleiben. Eine Studie des Mannheim Research Institute for the Economics of Aging zeigt nun, dass es gerade die Alten sind, die Firmen mit ihrem in Jahrzehnten erworbenen Know-how besonders nutzen. Die Forscher werteten vertrauliche Statistiken der Mercedes-Benz-Lastwagenfabrik Wörtz aus vier Jahren aus und stellten fest, dass es vor allem die älteren, langjährigen Mitarbeiter sind, die die Fehlerquote drücken, denn aufgrund ihres umfassenden Know-hows machen sie vor allem weniger schwerwiegende Fehler. Maßgeblich ist dabei nicht allein das Alter, sondern die Dauer der Betriebszugehörigkeit - ein Grund mehr für Firmen, sich über ihre Mitarbeiterbindung Gedanken zu machen.
Routine schlägt Jugend, Die Zeit 13.5.11

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Drei Viertel der Arbeitnehmer fühlen sich von Mobbing bedroht 
Mittwoch, 18. Mai 2011 - Studien
Eine Umfrage des Jobportals Monster.de wirft ein ernüchterndes Licht auf die Arbeitswelt: 75 Prozent der an der Befragung Teilnehmenden gab hier an, schon einmal selbst Oper von Mobbing gewesen zu sein, weitere 15 Prozent verwiesen darauf, dass Kollegen in ihrem Unternehmen bereits betroffen gewesen seien. Lediglich 10 Prozent der Umfrageteilnehmer meinten, in ihrem Unternehmen sei das Arbeitsklima angenehm und Mobbing käme nicht vor. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen: Zwar wurde bei der Umfrage erklärt, dass Mobbing sich von gewöhnlichen Ärgernissen am Arbeitsplatz wie Streit und Unstimmigkeiten unter Kollegen deutlich unterscheide, beispielsweise durch Belästigungen, Abwertungen, Kränkungen und Ausgrenzungen über längere Zeiträume, aber alleine die Selbstwahrnehmung der Mitarbeiter ist schon ein Alarmzeichen, zeigt sie doch, dass anscheinend viele Mitarbeiter unter dem Arbeitsklima in ihrem Unternehmen leiden (wobei bei freiwilligen Umfragen auch der Effekt, dass vor allem diejenigen, die ihrem Unmut Ausdruck verleihen wollen, daran teilnehmen). Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz geht von mehr als 12 Millionen Mobbingopfern in der Europäischen Union aus. Bei geschätzten 330 Millionen Arbeitnehmern wären das drei bis vier Prozent. Allerdings muss man in diesem sensiblen Feld auch davon ausgehen, dass nur ein Bruchteil der Betroffenen ihre prekäre Lage überhaupt offiziell macht, die Dunkelziffer also wahrscheinlich deutlich höher ist.
Mobbing, der Kleinkrieg am Arbeitsplatz, FTD 6.5.11

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89 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit ihrem Job 
Dienstag, 17. Mai 2011 - Studien
Ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer ist zufrieden mit seinem Job. Laut einer Umfrage des Magazins Stern sind 40 Prozent der Befragten sehr zufrieden mit ihrer Arbeit, weitere 49 Prozent zufrieden. Frauen sind dabei glücklicher als Männer - unter ihnen waren 43 Prozent sehr zufrieden mit ihrem Job, unter den Männern lediglich 36 Prozent. Die zufriedenste Berufsgruppe sind die Beamten - unter ihnen sind sogar 42 Prozent sehr zufrieden mit ihrer Arbeit, während es unter den Arbeitern lediglich 24 Prozent. Allerdings: 38 Prozent der Befragten klagen über zu geringe Bezahlung, 44 Prozent wünschen sich mehr Einsatz der Gewerkschaften für die Belange von Arbeitnehmern.
Frauen sind im Job glücklicher als Männer, WiWo 29.4.11

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Wie die Kultur der Wirtschaft hilft 
Montag, 16. Mai 2011 - Wissenschaft
Aus der Sicht betriebswirtschaftlicher Hardliner sind Kulturausgaben häufig entbehrlich, und so wird in Zeiten klammer Haushalte nur allzu oft von Städten, über denen der Pleitegeier kreist, der Rotstift beim Kulturangebot angesetzt. Ein Reflex, der möglicherweise mittel- bis langfristig der wirtschaftlichen Stärke ganzer Regionen schaden könnte, denn Regionalökonomen der University of Stirling haben herausgefunden, dass gerade die Kulturangebote es sind, die hochqualifizierte Arbeitskräfte anziehen und damit der wirtschaftlichen Prosperität dienlich sind. Der Durchschnitt von Hochschul- und Fachhochschulabsolventen liegt Deutschlandweit bei etwa sieben Prozent. Pro zehn Kilometer, die ein Landkreis näher am Standort eines Opernhauses liegt, steigt dieser Anteil um 0,28 Prozentpunkte. Mit jedem Prozentpunkt mehr an Hochqualifizierten steigt wiederum die BIP-Wachstumsrate im Landkreis um 0,24 bis 0,49 Prozentpunkte. Die Kulturinvestitionen dienen also nicht nur der Kunst, sondern fördern auch die wirtschaftliche Prosperität der Regionen.
Die Oper lässt das Land erblühen, FAS 8.5.11

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Werte der Erfolgreichen 
Freitag, 13. Mai 2011 - Management
Die Beraterin Dorothee Echter hat untersucht, welche Werte besonders erfolgreiche Top-Führungskräfte auszeichnen. Dabei hat sie drei Merkmale herausgefiltert, die für fast alle Führungsgrößen kennzeichnend sind. Top-Leute verfügen über einen überdurchschnittlich starken inneren Antrieb und ein "echtes inneres Anliegen, für das sie andere begeistern können". Diese Überzeugung ist verbunden mit einer "Erfolgsgewissheit", die sich auf enge Mitarbeiter und die mittlere Managementebene übertrage - also auf den Personenkreis, der letztlich für die konkrete Umsetzung der Visionen im Business zuständig ist. Ein weiterer Punkt: Top-Leute "arbeiten ständig an sich selbst, sind extrem lern- und wissbegierig". Es geht also einerseits um Charisma, aber, so Echter, auch um echte Verbundenheit, denn ihrer Erfahrung nach zeichnen sich die High Potentials auch durch feine Antennen aus, mit denen sie erkennen, welche Menschen in ihrem Umfeld wirklich authentisch sind.
Diese Werte sind wichtig in der Welt der Mächtigen, Die Welt 28.3.11

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Wer andere negativ einschätzt, reagiert egoistischer 
Donnerstag, 12. Mai 2011 - Wissenschaft
Forscher des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern haben in einer Studie herausgefunden, dass ein negatives Urteil über andere Menschen in kooperativen Settings den Egoismus erhöht. In Gemeinwohlspielen wurden die Teilnehmer vor ein Dilemma gestellt: Ihr eigenes soziales oder egoistisches Verhalten konnte Gewinn oder Verlust bringen, je nachdem, wie sich die anderen Mitspieler verhielten. Aus Perspektive der Gemeinschaft wäre ein Investment ins Kollektiv besser, auf individueller Ebene rentiert sich Egoismus, da die Teilnehmer einen Bonus erhalten konnten, ohne selbst zu investieren. Es zeigte sich. dass die Teilnehmer, die von ihren Mitprobanden ein positives Bild hatten, deutlich altruistischer agierten als diejenigen, die ihre Mitspieler eher negativ bewerteten. Auch als die Probanden positive Informationen über ihre Mitspieler erhielten, veränderten nur wenige ihr Verhalten in Richtung Kooperation. Daraus schlossen die Forscher, dass einmal gefällte Negativurteile sich nur schwer revidieren lassen.
Einflussreiches Menschenbild, wissenschaft.de 14.4.11

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Öko-Anlagen sind nicht unbedingt grün 
Mittwoch, 11. Mai 2011 - Studien
Das Verbrauchermagazin Ökotest hat grüne Geldanlagen unter die Lupe genommen und dabei festgestellt: Nicht überall, wo Öko draufsteht, sind auch umweltverträgliche Anlagen drin. In 51 von 73 untersuchten grünen Geldanlagen identifizierten die Tester beispielsweise Aktien von Atomfirmen. Da Atomstrom aufgrund seiner vorgeblich CO2-armen Produktion von der Industrie gerne ein grünes Image verpasst bekommt, schließen sich viele Fonds dieser Argumentation anscheinend gerne an. Auch Rüstungsfirmen, Chemiekonzerne und Öl-Multis finden sich häufig in vermeintlichen Öko-Fonds. Diese bizarren Kombinationen kommen teils auch deshalb zustande, weil viele Fonds nach einem "Best in Class"-Prinzip operieren: Sie legen Felder fest, in denen investiert werden soll, und wählen dann aus den verschiedenen Industrien das jeweils ökologisch am besten aufgestellte Unternehmen für das Portfolio aus. Anleger sollten beim Fondskauf also genau prüfen, was wirklich im Portfolio ist und nach welchen Kriterien die Fonds Aktien auswählen.
Pressemitteilung Öko-Test

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Der Neid-Faktor im Job 
Dienstag, 10. Mai 2011 - Management
Sind Sie neidisch auf Kollegen? Neid gehört im Job zu den größten Tabu-Themen, denn - so die Meinung von Experten - er ist häufig ein Signal für mangelndes Selbstwertgefühl, und wer gibt dies schon gerne zu? "Über dieses Gefühl spricht man einfach nicht. Diese Emotion funktioniert über den Vergleich. Menschen spüren eine Unterlegenheit, die sie nicht sofort ausgleichen können. Kratzt diese Unterlegenheit an meinem Selbstwert, ist der Neid programmiert“, erklärt der Hamburger Psychologe Christian Warneke. Die Ohnmachtsgefühle suchen sich dann ein - destruktives - Ventil. So gibt es Studien, die belegen, dass in rund 60 Prozent aller Mobbing-Fälle Neid ein wesentlicher Auslöser ist. In der Wirtschaft wird Neid auch zum unausgesprochenen Problem, weil er wesentlich von den Voraussetzungen der heutigen Businesskultur prägt. "Neid ist ein typisches Phänomen von Gesellschaften, die Gerechtigkeit mit Gleichheit gleichsetzen. So ist unsere Wirtschaft nicht aufgebaut, sie funktioniert nach dem Konkurrenzprinzip", sagt etwa die Psychologin Felicitas von Elverfeldt. Sie sieht verschiedene Reaktionsmuster, mit denen Neider reagieren. Wer glaubt, er könne nicht das gleiche erreichen wie derjenige, den er beneidet, flüchtet sich oft in Frustration und Depression. Menschen mit mehr Selbstwertgefühl reagieren mit einer "Jetzt erst recht"-Haltung und krempeln die Ärmel hoch, um ähnliches zu erreichen wie die Person, auf die sich ihr Neid richtet. Auch Empörung kann zu einem Ventil werden - der Neider wertet andere ab, um sich selbst besser zu fühlen. Als konstruktive Bewältigungsstrategie bewerten Experten die schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wer sich eingestehen kann, etwas, was andere können, selbst nicht zu können, kann seinen Blick frei machen für die eigenen Qualitäten - und sieht dann vielleicht deutlich weniger Grund für Neidgefühle.
Das Leid vom Neid, FAZ 27.4.11

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