Öko-Anlagen sind nicht unbedingt grün 
Mittwoch, 11. Mai 2011 - Studien
Das Verbrauchermagazin Ökotest hat grüne Geldanlagen unter die Lupe genommen und dabei festgestellt: Nicht überall, wo Öko draufsteht, sind auch umweltverträgliche Anlagen drin. In 51 von 73 untersuchten grünen Geldanlagen identifizierten die Tester beispielsweise Aktien von Atomfirmen. Da Atomstrom aufgrund seiner vorgeblich CO2-armen Produktion von der Industrie gerne ein grünes Image verpasst bekommt, schließen sich viele Fonds dieser Argumentation anscheinend gerne an. Auch Rüstungsfirmen, Chemiekonzerne und Öl-Multis finden sich häufig in vermeintlichen Öko-Fonds. Diese bizarren Kombinationen kommen teils auch deshalb zustande, weil viele Fonds nach einem "Best in Class"-Prinzip operieren: Sie legen Felder fest, in denen investiert werden soll, und wählen dann aus den verschiedenen Industrien das jeweils ökologisch am besten aufgestellte Unternehmen für das Portfolio aus. Anleger sollten beim Fondskauf also genau prüfen, was wirklich im Portfolio ist und nach welchen Kriterien die Fonds Aktien auswählen.
Pressemitteilung Öko-Test

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Der Neid-Faktor im Job 
Dienstag, 10. Mai 2011 - Management
Sind Sie neidisch auf Kollegen? Neid gehört im Job zu den größten Tabu-Themen, denn - so die Meinung von Experten - er ist häufig ein Signal für mangelndes Selbstwertgefühl, und wer gibt dies schon gerne zu? "Über dieses Gefühl spricht man einfach nicht. Diese Emotion funktioniert über den Vergleich. Menschen spüren eine Unterlegenheit, die sie nicht sofort ausgleichen können. Kratzt diese Unterlegenheit an meinem Selbstwert, ist der Neid programmiert“, erklärt der Hamburger Psychologe Christian Warneke. Die Ohnmachtsgefühle suchen sich dann ein - destruktives - Ventil. So gibt es Studien, die belegen, dass in rund 60 Prozent aller Mobbing-Fälle Neid ein wesentlicher Auslöser ist. In der Wirtschaft wird Neid auch zum unausgesprochenen Problem, weil er wesentlich von den Voraussetzungen der heutigen Businesskultur prägt. "Neid ist ein typisches Phänomen von Gesellschaften, die Gerechtigkeit mit Gleichheit gleichsetzen. So ist unsere Wirtschaft nicht aufgebaut, sie funktioniert nach dem Konkurrenzprinzip", sagt etwa die Psychologin Felicitas von Elverfeldt. Sie sieht verschiedene Reaktionsmuster, mit denen Neider reagieren. Wer glaubt, er könne nicht das gleiche erreichen wie derjenige, den er beneidet, flüchtet sich oft in Frustration und Depression. Menschen mit mehr Selbstwertgefühl reagieren mit einer "Jetzt erst recht"-Haltung und krempeln die Ärmel hoch, um ähnliches zu erreichen wie die Person, auf die sich ihr Neid richtet. Auch Empörung kann zu einem Ventil werden - der Neider wertet andere ab, um sich selbst besser zu fühlen. Als konstruktive Bewältigungsstrategie bewerten Experten die schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wer sich eingestehen kann, etwas, was andere können, selbst nicht zu können, kann seinen Blick frei machen für die eigenen Qualitäten - und sieht dann vielleicht deutlich weniger Grund für Neidgefühle.
Das Leid vom Neid, FAZ 27.4.11

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Genossenschaft statt Heuschrecken 
Montag, 9. Mai 2011 - Management
Ein Sturm der Entrüstung entbrandete Ende 2010, als öffentlich wurde, dass der insolvente Arcandor-Konzern einen Verkauf seines Tochter-Unternehmens hessnatur an den Private-Equity-Investor Carlyle erwägt. Öko-Textilien im Portfolio eines Konzerns, der auch im Rüstungsgeschäft aktiv ist? Für viele Mitarbeiter und Kunden schlicht unvorstellbar. Mit Unterstützung von Attac und dem Netzwerk Solidarische Ökonomie gründet hessnatur nun eine Genossenschaft, die die Eigenständigkeit des Vorreiters in Sachen Öko-Mode erhalten soll und hessnatur selbst übernehmen möchte. Beteiligen kann man sich mit Anteilen ab 250 Euro. Ab einer Beteiligungssumme von 1.000 Euro winken sogar vier Prozent Zinsen.
hessnatur Genossenschaft

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Führungsfaktor Empathie 
Freitag, 6. Mai 2011 - Management
Im Interview mit Spiegel Online spricht Stefan Groß-Selbeck, Chef des Businessnetzwerkes Xing, über die Qualitäten, die Führungskräfte heute benötigen. "Die wichtigste Eigenschaft, die man heute braucht, ist Empathie - die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und für eine Sache zu begeistern", so Groß-Selbeck. Um die heutigen Knowledge Worker bei der Stange zu halten, müssten Chefs die Jobs spannend und herausfordern gestalten und die Eigenmotivation ihrer Mitarbeiter kanalisieren und auf ein gemeinsames Ziel ausrichten. Wichtigste Meilensteine bei dieser Aufgabe: Transparenz und Einbindung. "Entscheidend ist Klarheit in der Kommunikation. Die Menschen wollen wissen, für welche Ziele sie arbeiten, und sie wollen sich in diesen Zielen wiederfinden. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für ganze Teams: Wenn Einigkeit und Transparenz fehlen, leidet das Ergebnis. In der Softwarebranche gilt als Faustregel: Ein hochmotivierter Entwickler schafft zehnmal so viel wie ein wenig motivierter. Da sehen Sie, welches Potential in der richtigen Motivation steckt", meint Groß-Selbeck.
"Motivierte Mitarbeiter schaffen das Zehnfache", Karrierespiegel 21.4.11

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Immer mehr Working Poor 
Donnerstag, 5. Mai 2011 - Studien
Arm trotz Arbeit - ein Phänomen, dass laut Hans-Böckler-Stiftung immer weiter um sich greift. In Deutschland fallen nach Erkenntnissen der Stiftung, die die neuesten Daten der europäischen Statistik zu Einkommens- und Lebensbedingungen auswertete, bereits sieben Prozent aller Beschäftigten unter die Armutsgrenze. Die Stiftung geht davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird, da Geringverdiener immer öfter die Hauptverdiener in einem Haushalt seien. EU-weit liegt die Armutsquote unter den Erwerbstätigen zwischen 3,9 und 16,9 Prozent - Deutschland liegt mit 6,9 Prozent im Mittelfeld.
Arm trotz Arbeit, SZ 20.4.11

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Burn-outs nehmen weiter zu 
Mittwoch, 4. Mai 2011 - Studien
Im vergangenen Jahr ging fast jeder zehnte Fehltag von Arbeitnehmern auf psychische Erkrankungen zurück, so die Analyse der AOL, die die Krankmeldungen von mehr als zehn Millionen Versicherten auswertete. Das ist ein Anstieg von rund 80 Prozent seit 1999. Insgesamt blieb der Krankenstand gleich, d.h. der Anteil der psychischen Beschwerden an den Gesamterkrankungen stieg an. Burn-out, Stress und totale Erschöpfung führten dazu, dass - hochgerechnet auf alle gesetzlich Versicherten - im vergangenen Jahr knapp 100.000 Arbeitnehmer aufgrund dieser Diagnosen krankgeschrieben waren. Seit 2004 summierten sich die Burn-out-Fehltage auf insgesamt 1,8 Millionen. Frauen mittleren Alters sind besonders betroffen - sie werden doppelt so oft wie ihre männlichen Kollegen krankgeschrieben.
Zahl der Burn-out-Erkrankungen steigt, Die Zeit 19.4.11

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Unsicherheitsvermeider in der Führungsetage 
Dienstag, 3. Mai 2011 - Management
Viele deutsche Chefs sind "Unsicherheitsvermeider" - und untergraben damit die Motivation ihrer Mitarbeiter. Zu diesem Schluss kommt der Professor für Wirtschaftspsychologie Christian Dormann von der Universität Mainz. Drei wesentliche Faktoren beeinflussen seiner Meinung nach die Zufriedenheit der Mitarbeiter: Stetige Rückmeldungen durch den Chef, eine abwechslungsreiche Tätigkeit und Autonomie. Kontrollfreaks jedoch schränken den Handlungsspielraum ihrer Untergebenen stark ein und untergraben damit die Arbeitszufriedenheit. Dabei zeigt längst auch die betriebliche Gesundheitsforschung: Mitarbeiter mit größerer Entscheidungsfreiheit sind seltener krank. Erkenntnisse wie diese systematisch in einer Unternehmenskultur zu verankern, braucht sechs bis sieben Jahre, so der Unternehmensberater Jörg Schülke. Die gute Nachricht: Viele der notwendigen Veränderungen kosten zumindest kein Geld, denn Feedback, mehr Augenhöhe im Joballtag und mehr Eigenverantwortung sind gratis zu haben.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist schlechter, Karrierespiegel 18.4.11

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Wieder zum eigenen Takt finden 
Montag, 2. Mai 2011 - Wissenschaft
Urlaub ist nicht gleich Urlaub, sagt der Burn-out-Experte Michael Sadre Chirazzi-Stark, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Asklepios-Westlinikums in Hamburg. Der Mediziner rät beispielsweise dazu, die Auszeiten aus dem Joballtag gemäß der eigenen Persönlichkeit zu planen. Wer im Job sehr extrovertiert arbeite, tue gut daran, im Urlaub nicht auch noch dem Aktionismus zu frönen. Vor allem Menschen in helfenden Berufen tue es gut, sich in den Ferien einmal selbst bemuttern zu lassen. Der Urlaub solle dabei nicht nur ein Gegengewicht zu einseitigen Ausrichtungen im Job darstellen, sondern es auch ermöglichen, wieder zu einem eigenen Zeitrhythmus zu finden. Auch rät der Experte vom Urlaub auf Balkonien ab, denn häufig erleben seiner Einschätzung nach Menschen, die im Urlaub zu Hause bleiben, kaum einen Unterschied zwischen Arbeitsalltag und Ferien. Ein ganz grundsätzliches Problem, dass viele erschöpft in die Ferien aufbrechen lasse: Dem menschlichen Bedürfnis nach rein körperlicher Erholung wird längst durch Arbeitszeitregelungen, anatomisch geprüfte Arbeitsplätze und den Arbeitsschutz insgesamt Rechnung getragen - die mentale Belastung im Job hingegen, die zu immer höheren Raten an Burn-out-Erkrankungen und psychischen Krankheiten führt, wird hingegen noch kaum im Betriebsalltag berücksichtigt.
Urlaub zu Hause? Keine gute Idee, SZ 17.4.11

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