Die Macht der Gefühle im Job 
Freitag, 12. Juni 2009 - Arbeit
Gefühle haben im Business nichts zu suchen – mit diesem durch Generationen von Wirtschaftswissenschaftlern vermittelten Bild eines Homo oeconomicus, der vorgeblich alleine rational handelt und sich nicht durch Emotionen beeinflussen lässt, ist die heutige Leistungs- und Informationsgesellschaft groß geworden, aber auch an ihre Grenzen gestoßen. Wenn aktuelle Studien untermauern, dass gerade die emotionale Komponente die Motivation und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern in besonderem Maße beeinflusst, wenn die Bewegungen von Börsenkursen sich nicht mehr alleine sachlich begründen lassen, wird offensichtlich, dass der Faktor Gefühl im Geschäftsleben anscheinend wider viele Erwartungen eine zentrale Rolle spielt. Das Symposium Spirit in Leadership, das vom Kuratorium Wirtschaft und Spiritualität der Willigis Jäger Stiftung West-östliche Weisheit Ende Mai im Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg ausgerichtet wurde, stand in diesem Jahr unter dem Leitthema „Emotionen in der Wirtschaft“ und ging der Frage auf den Grund, wie der Gefühlsebene im Business angemessener Rechnung getragen werden kann. Zahlreiche ExpertInnen aus Wirtschaft, Unternehmensberatung und Coaching vermittelten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema und illustrierten, wie Unternehmen und Mitarbeiter diese in ihre tägliche Arbeit einbeziehen können. „Emotionen spornen zum Handeln an“, sagt auch Prof. Dr. Sven Max Litzcke, Professor für Human Resource Management und Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Hannover. Sie können jedoch auch lähmen, beispielsweise wenn Mitarbeiter in einer Stressspirale gefangen sind und das Gefühl haben, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Ein grundlegendes Problem der Wirtschaft, so Litzcke: „Das System lebt von der Überausbeutung des Einzelnen.“ Gipfelt diese Beanspruchung in einer Überforderungshaltung und erleben Mitarbeiter die täglichen Aufgaben nur noch als Fremdbestimmung, verlieren die Stimuli im Arbeitsleben ihr Aktivierungspotenzial und schlagen ins Gegenteil um. Ein erlebter Kontrollverlust oder auch Versagensängste können die Oberhand gewinnen. „Meditation kann dabei helfen, sich nicht so sehr seinen Emotionen auszuliefern und sie zu relativieren. Sie kann als Prophylaxe dienen, weil sie unsere Bewertung von potenziellen Stresssituationen verändert“, sagt Litzcke. Doch häufig ist das Individuum mit Kompensationsstrategien wie diesen überfordert beziehungsweise die systemischen Einflüsse sind zu stark, als dass der Einzelne noch auf der persönlichen Ebene die im Arbeitsleben abhanden gekommene Balance wiederherstellen könnte. So weist Prof. Dr. Johannes Siegrist, Leiter des Instituts für Medizinische Soziologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, darauf hin, dass prekäre Arbeitsverhältnisse, aber auch stabile Beschäftigungssituationen mit hohen Belastungen große psychosoziale und gesundheitliche Risiken bergen. „Downsizing-Prozesse in Firmen erhöhen selbst für die Angestellten, die ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, das Mortalitätsrisiko um 40 Prozent“, so Siegrist. Die Forschungen legen auch nahe, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen und Herzerkrankungen, die nicht zuletzt auch Folge arbeitsbedingter Belastungen sind, weltweit die häufigste Ursache für einen frühen Tod sein werden. Eine Studie der Harvard Business School zeigt auch, dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie diese Belastungen gezielt in den Griff bekommen. So zeichneten sich die von den Wissenschaftlern untersuchten erfolgreichen Firmen gerade dadurch aus, dass sie ihren Mitarbeitern eine hohe Arbeitsplatzsicherheit boten, dezentrale Entscheidungsprozesse und transparente Informationsstrukturen schafften und somit die der Mitarbeitergesundheit abträglichen Risikofaktoren minimierten.
Noch mal mit Gefühl, inspire-news 2.6.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ist Gesundheit im Job Privatsache? 
Mittwoch, 10. Juni 2009 - Arbeit
Das Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften hat einen Dialog zwischen Gesundheitsexperten angeregt und sie über die Frage, wie viel Verantwortung Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben, diskutieren lassen. "Gesundheitsmanagement ist klassisches Risikomanagement - es dient der Risikominimierung und der Ressourcenpflege. Wo technisches Kapital regelmäßig gewartet und inspiziert wird, liegt es in der unternehmerischen Verantwortung, auch in die Gesundheit der Beschäftigten zu investieren und dabei gleichermaßen deren Eigenverantwortung zu stärken. Diese Investition dient dem dauerhaften Erhalt von Leistungsfähigkeit und Mitarbeiterengagement und damit der Produktivität der Unternehmen", sagt Dr. med. Andreas Tautz, Chief Medical Officer von Deutsche Post World Net und Leiter des Konzerngesundheitsmanagements. Susanne Lexa, Referentin für Soziale Sicherung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), sieht dagegen eher die Mitarbeiter in der Verantwortung: "Eigenverantwortliches Handeln kann nicht durch Druck von außen ersetzt werden. Gesund zu bleiben und die Gesundheit zu stärken, ist ohne die eigene Mitwirkung, ohne eigenes Wollen kaum möglich. Nur in ihrem Einflussbereich können Unternehmen präventiv tätig werden und die Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter durch geeignete Angebote erhöhen. Die Betriebe können nicht allein der Gesundbrunnen der Gesellschaft sein. Gesundheitsvorsorge ist in erster Linie die Sache eines jeden Einzelnen." Prof. Dr. Bernhard Badura, Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld, hält einer solchen Privatisierung von Gesundheitsrisiken entgegen, dass oftmals gerade die Arbeits- und Organisationsstrukturen in Unternehmen krankmachende Auswirkungen haben, weshalb die Unternehmen hier in einer besonderen Verantwortung stünden: "Die Forschung belegt: Maßnahmen, die an den Arbeitsbedingungen, bei der Qualifikation der Beschäftigten sowie an der Qualität der Führung, der Unternehmenskultur und dem Betriebsklima ansetzen, zeigen deutlich nachhaltigere Wirkungen auf die Gesundheit als Gesundheitschecks oder Kurse zur Stressbewältigung. Psychische Belastungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft in besonderer Weise und schaden dadurch Beschäftigten und Unternehmen. Präsentismus, also psychisch bedingte Produktivitätsverluste, nicht Absentismus, also das krankheitsbedingte Fernbleiben, ist das Hauptgesundheitsproblem moderner Volkswirtschaften."
Forum Nachhaltig Wirtschaften, 15.5.2009

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Deity Yoga verbessert Gehirnleistung 
Dienstag, 9. Juni 2009 - Studien
Meditation als verlässliche Methode der Selbstoptimierung? eine Studie der George Mason University zeigt, dass bestimmte Yoga-Varianten die Gehirnleistung steigern können. Die Psychologen ließen Probanden, die Deity Yoga praktizierten und solche, die keiner Meditationspraxis nachgehen, Denksport-Aufgaben lösen. Zunächst schnitten die Teilnehmer beider Gruppen bei den Tests ähnlich gut ab. In einer Pause praktizierten die Yoga-Anhänger Deity Yoga, eine Yoga-Variante, bei der man sich in die Vorstellung einer Gottheit vertieft, während die Kontrollgruppe sich lediglich ausruhte. Bei der anschließenden Wiederholung des Tests konnten die Yoga-Praktizierenden ihre Ergebnisquote verdoppeln, während die Teilnehmer der Kontrollgruppe nur leicht verbesserte Ergebnisse erreichten.
Manager Seminare, Juni 2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Vision Quest im Juli in Oberlethe 
Montag, 8. Juni 2009 - Veranstaltungen
Zeiten der Krise sind Zeiten der Veränderung und laden dazu ein, sich nicht nur dem äußeren Veränderungsdruck zu beugen, sondern den Wandel im eigenen Leben kreativ zu gestalten. Das Beraterteam Regina Hunschock und Dr. Andreas Gutjahr und die Physiotherapeutin Beate Mester laden vor diesem Hintergrund vom 13. bis 17. Juli 2009 zu einem Vision Quest auf den Hof Oberlethe bei Oldenburg ein. Die TeilnehmerInnen werden mit Modellen und Techniken vertraut gemacht, die dabei helfen, sich in Übergangsphasen zu orientieren. Bezogen auf berufliche Entscheidungen bietet das Vision Quest Raum zu eruieren, welches Verhältnis man zu seinem Arbeitsumfeld und seinem gegenwärtigen Tätigkeitsbereich hat, welche Veränderungswünsche bestehen und wie viel Neues diesbezüglich im eigenen Leben gerade möglich ist. Übungen aus den Bereichen Körper, Geist und Seele ermöglichen den Teilnehmerinnen dabei eine Entdeckungsreise zu ihren Wünschen und Visionen und markieren den Weg für deren Umsetzung.
Flyer zum Workshop
Hintergrundinformationen zum Vision Quest


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Studie: Weisheitskompetenz in der Führung 
Freitag, 5. Juni 2009 - sonstiges
Die Berliner Wissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Coaching Center Berlin Ursula Wagner führt gegenwärtig eine Studie zum Thema Weisheitskompetenz in Führung und Management durch, für die noch Teilnehmer gesucht werden. Die Untersuchung geht den Fragen nach, wie sich Weisheit im Handeln von in der Wirtschaft tätigen Führungspersonen zeigt und welche Impulse daraus für den Unternehmenserfolg und ethisches Verhalten in der Wirtschaft resultieren. Teilnehmen können sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter. Die Beantwortung des Online-Fragebogens dauert circa 20 Minuten. Hier können Sie den Fragebogen ausfüllen. Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer nach Abschluss der Studie einen Ergebnisbericht. Weiteres Informationsmaterial zur Studie:
Kurzinfo zur Weisheitsstudie
Langversion der Studieninfos mit Hintergrundmaterial


[ 1 Kommentar ]     Permalink
Krise setzt Managern zu 
Donnerstag, 4. Juni 2009 - Studien
Die Wirtschafts- und Finanzkrise setzt immer mehr Managern zu, so das Ergebnis einer Umfrage der Personalberatung Heidrick & Struggles unter 1.000 Führungskräften. Bei 80 Prozent der Managern hat sich der berufliche Leistungsdruck seit Ausbruch der Krise erhöhrt. Knapp die Hälfte von ihnen arbeitet heute mehr als vor einem Jahr. Ein Drittel der Befragten sieht auch negative Auswirkungen auf ihre privaten Lebensumstände. 87 Prozent der Führungskräfte sehen einen Imageverlust der Manager in der Öffentlichkeit, 60 Prozent spüren einen erhöhten Rechtfertigungsdruck. "Viele Führungskräfte spüren erstmals, dass persönlicher Erfolg in der Wirtschaft nicht mehr automatisch zu hohem Ansehen führt", kommentiert Wolfgang Walter, Partner von Heidrick & Struggles.
Krise belastet Manager - auch privat, Spiegel online 24.5.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Jeder dritte Deutsche steht ständig unter Strom 
Mittwoch, 3. Juni 2009 - Studien
80 Prozent der Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, rund 30 Prozent von ihnen stehen unter Dauerdruck - so das Ergebnis einer Studie der Techniker Krankenkasse. Dieses Leben im Stand-by-Modus macht nach Ansicht der Experten krank. So leidet bereits jeder Fünfte unter gesundheitlichen Stressfolgen - von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt. Stressfaktor Nummer 1 ist die Arbeit. Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit, ist gehetzt und arbeitet unter Termindruck - insbesondere Führungskräfte. Bei ebenso vielen Beschäftigten zeigen sich die Folgen bereits, denn sie fühlen sich stark erschöpft oder sogar ausgebrannt. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse illustriert, dass diese Überlastung sich in hohen Fehlzeiten niederschlägt. 2008 waren deutsche Arbeitnehmer fast zehn Millionen Tage wegen Burn-out-Symptomen krank geschrieben. Umgerechnet entspricht das einer Fehlzeit von einem Jahr bei 40.000 Arbeitskräften. Die Zahl der Burn-out-Krankschreibungen ist in den letzten fünf Jahren um 17 Prozent gestiegen.
Stress-Studie der Techniker Krankenkasse


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zu viel Arbeit raubt den Schlaf 
Dienstag, 2. Juni 2009 - Studien
Wer zu viel arbeitet, leidet häufiger unter Schlafstörungen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmet dieser Problematik einen Beitrag und geht auf die Faktoren ein, die Arbeitnehmern den Schlaf rauben. Wie viel Schlaf man braucht, ist höchst individuell. Manchen Menschen reichen vier Stunden pro Nacht, andere sind vielleicht erst nach neun Stunden fit. Im Schnitt schlafen die Deutschen acht Stunden und zehn Minuten und Abweichungen von diesem Wert sind durchaus normal. Bedenklich für die Gesundheit wird es erst, wenn man nach der Nachtruhe wie gerädert aufwacht oder Probleme hat mit dem Ein- oder Durchschlafen. Und hier zeigt ein Blick auf die Statistik, dass Vielarbeiter deutlich öfter von Schlafstörungen betroffen sind als Menschen mit geringer bis durchschnittlicher Arbeitszeit. Während unter den Teilzeitarbeitern mit einem Arbeitsvolumen von bis zu 19 Wochenstunden nur zehn Prozent der Arbeitnehmer über Schlafstörungen klagen, verdoppelt sich dieser Wert bei einer 40-Stunden-Woche bereits auf 20 Prozent. Chronische Vielarbeiter sind noch stärker betroffen. Bei einem Arbeitsvolumen von bis zu 59 Wochenstunden klagen bereits 25 Prozent der Befragten über Schlafprobleme. Und unter den Arbeitnehmern, die sogar mehr als 65 Stunden pro Woche arbeiten, sind es sogar 30 Prozent. Weitere Studien zeigen, dass unausgeschlafene Arbeitnehmer, auch wenn sie deutlich mehr Stunden pro Woche am Arbeitsplatz verbringen, längst nicht produktiver sind als ausgeschlafene Durchschnittsarbeiter, denn Schlafmangel führt zu Konzentrationsschwierigkeiten, Effizienzeinbußen und höheren Fehlerraten. Und diese Produktivitätskiller kosten die Wirtschaft jährlich Milliarden.
Verfolgt bis in den Schlaf, FAZ 23.5.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter