Erste Ausgabe von WIR - Menschen im Wandel am Kiosk 
Dienstag, 14. Juni 2011 - Medien
Heute eine Meldung in eigener Sache: Nach mehreren Wochen der emsigen Vorbereitung ist ab sofort die erste Ausgabe des neuen Magazins "WIR - Menschen im Wandel" am Kiosk erhältlich. In einem Portrait der Währungsexpertin Margrit Kennedy beleuchten wir neue Perspektiven der Geldwirtschaft. In meinem Beitrag zum Thema "Wirtschaft zwischen Wohlstand und Wohlbefinden" stelle ich verschiedene Wachstumsmodelle vor und gehe der Frage nach, welche Perspektiven von Wohlstand und Wohlbefinden für die heutige Gesellschaft zielführend sein könnten. Ein Beitrag über den Deutschen Fußballbund und die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft zeigt, wie der Nachhaltigkeitstrend in den Fußballstadien ankommt. Und in einem weiteren Beitrag gehe ich den aktuellen Entwicklungen im Feld der Mikrokredite nach. "WIR - Menschen im Wandel" ist ein journalistisches Bottom-up-Projekt, das ich mit meinen Journalistenkollegen Dr. Jens Heisterkamp und Dr. Christoph Quarch realisiere. Neben einer kleinen Einlage durch uns finanziert sich das Heft in der Anfangsphase vor allem durch die Unterstützung seiner LeserInnen, denn wir benötigen für die ersten drei Jahre Kapital in Höhe von 200.000 Euro. Die Unterstützung, die uns seit der Realisierung der Nullnummer zuteil wurde, ist enorm. Wir haben bereits mehrere Hundert Abonnenten und es wurden bereits Beteiligungen im mittleren fünfstelligen Bereich gezeichnet. Damit wir WIR zu einem festen Bestandteil der Medienwelt machen können, sind wir weiterhin auf Unterstützung angewiesen, denn bisher arbeiten Redaktion, Grafik und das tatkräftige Unterstützerteam des info3 Verlags, der uns bei der Realisierung zur Seite steht, fast ausschließlich auf Basis von vorerst ehrenamtlichen Einlagen, die an die Mitarbeiter ausgezahlt werden können, sobald das Magazin ein Plus erwirtschaftet. Wenn Sie also eine unabhängige und vor allem über den Horizont konventioneller Medien weit hinausreichende Berichterstattung zu den Themen, die uns heute alle bewegen, zu schätzen wissen, dann unterstützen Sie uns. Für nur 24 Euro erhalten Sie bereits ein Schnupperabo über drei Ausgaben, für das Doppelte ein Jahresabo. Noch mehr helfen Sie uns, wenn Sie ein 10-Jahres-Förderabo in Höhe von 500,- Euro abschließen oder gar einen Gründungsbaustein zeichnen (ab 1.000 Euro möglich). WIR freuen uns auf Sie!
WIR-Magazin: Abobestellung und Beteiligungsmöglichkeiten

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Chefsessel: Immer jünger, immer kürzer 
Freitag, 10. Juni 2011 - Management
Die obersten Chefs in internationalen Unternehmen werden immer jünger und haben eine immer kürzere Verweildauer in ihrem Job, so das Ergebnis einer Untersuchung der Strategieberatung Booz & Company, die jährlich die Nachfolge der CEOs in den 2.500 weltgrößten börsennotierten Unternehmen untersucht. Dabei werden die Chefs - vor allem in Deutschland - immer jünger, treten aber auch in immer jüngeren Jahren wieder ab. Lag 2010 die durchschnittliche Verweildauer auf dem CEO-Posten im Schnitt bei 6,1 Jahren, waren es 2003 noch zwei Jahre mehr. Heute tritt der Unternehmenslenker im Schnitt mit 55,4 Jahren ab, 2003 lag das Durchschnittsalter der Abgänger noch beim 58,6 Jahren. Dabei werden die CEOs nicht unbedingt gefeuert - dies traft 2010 nur auf rund 20 Prozent der deutschen CEOs zu. Vielmehr sorgen kurze Verträge mit einer Laufzeit von häufig nur drei bis fünf Jahren für diese Fluktuation. Ein Trend, der den vielfach eingeforderten Bemühungen nach langfristigen Unternehmenserfolgen zuwiderläuft, denn vor allem kurze Amtszeiten motivieren eher dazu, die eigene Person zu optimieren statt das Unternehmen, für das man tätig ist, so die Experten. Auch seien selbst fünf Jahre ein viel zu kurzer Zeitraum, um in einem Unternehmen wirklich etwas zu bewegen. Was die Performance der Chefs angeht, liegen CEOs, die von außen kommen, deutlich besser als interne Gewächse. Sie erwirtschafteten im deutschsprachigen Raum 2010 eine Aktienrendite von 12,5 Prozent, während es bei den Eigengewächsen lediglich 0,8 Prozent waren. Randnotiz: CEO ist nach wie vor ein Männer-Job. Bei den 291 Wechseln, die es 2010 an den Spitzen der 300 größten börsennotierten Konzerne gab, wurden lediglich zehn Frauen berufen - drei davon sogar nur als Interimslösung.
Chefs von heute sind jünger - und gehen früher, HB 25.5.11

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Veränderung braucht Zeit und Übung 
Donnerstag, 9. Juni 2011 - Management
Die Financial Times Deutschland zeigt in einem ausführlichen Beitrag, wie Change Management von den Erkenntnissen der Neurowissenschaften profitieren kann. Der Artikel bezieht sich auf die Forschungsarbeiten des Psychologen und Neurowissenschaftlers Jeffrey Schwartz, des Organisationsentwicklers Pablo Gaito und des Beraters Doug Lennick. Das Trio hat herausgefunden, dass die im Business häufig beobachtete Veränderungsresistenz von Menschen und Systemen nicht zuletzt daran liegt, dass Gewohnheiten grundsätzlich schwer zu verändern sind, weil sie im Gehirn in sehr "tiefen" Bereichen abgelegt werden und dort ähnlich wie viele halbautomatische Abläufe des Alltagslebens gespeichert sind. Der Zugang zu diesen oft unbewussten Routinen wird am ehesten dann möglich, wenn es Menschen gelingt, ihre Überzeugungen und Verhaltensmuster zu erkennen und zu reflektieren. Um Veränderungen anzustoßen, müsse also die Aufmerksam der Menschen auf die gewünschten neuen Bedingungen gelenkt werden und sie brauchen Orientierung, um die dafür notwendigen Denk- und Verhaltensweisen zu entwickeln und zu etablieren. Die Forscher haben auf Basis dieser Erkenntnisse einen Stufenplan entwickelt, der das Change Management erleichtern soll. Zunächst einmal sei es wichtig, die Notwendigkeit der gewünschten Veränderung zu verdeutlichen und durch das Verhalten der Führungskräfte zu untermauern. Die Veränderungen müssten positiv besetzt sein, so dass die Betroffenen dazu konstruktive Gefühle entwickeln können. Ein Nachdenken über die positiven, zu erreichenden Ziele kann diese positiven Gefühle unterstützen. Verhaltensänderungen schließlich sollten langsam, sukzessive und mit stetigen Wiederholungen eingeführt werden, denn nur durch konstante Wiederholungen könne sich das neue Verhalten auch in den Gehirnstrukturen etablieren. Alles in allem zeigt die wissenschaftliche Betrachtung, dass der Versuch, Veränderungen - im schlimmsten Fall noch gegen den Willen der Betroffenen - sich nicht durchprügeln lassen. Sie brauchen Zeit und müssen der Konstitution des Menschen gerecht werden, nicht von hier auf jetzt all seine inneren Programme über Bord werfen zu können.
Mit Neurowissenschaft Mitarbeiterverhalten ändern, FTD 1.6.11

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Klartext ist im Business Mangelware 
Mittwoch, 8. Juni 2011 - Management
In einem Interview mit der Zeit spricht der Rhetorikexperte Thilo Baum über die Sprachverwarlosung im Business. "Die meisten Menschen denken nicht nach, bevor sie sprechen. Wer klar und präzise formulieren möchte, muss vorher strukturiert denken", mahnt der Experte. Die vielen im Business gebräuchlichen Floskeln legen nahe, dass es mit dem Denken nicht so weit her sein kann. Baum kritisiert beispielsweise, dass viele Phrasen sich in Kausalitäten erschöpfen, also um ein Warum kreisen, das auf die Vergangenheit gerichtet ist, während es deutlich konstruktiver wäre, nach dem Wozu zu fragen, nach Zwecken und gewünschten Ergebnissen. Auch bemängelt der Rhetoriker, dass sich in der Sprache von Wirtschaft, Politik und Medien eine Verschleierungstaktik eingeschlichen habe, die sich immer weiter vom realen Leben entferne. "Wer authentisch ist, produziert keine Worthülsen", hält Baum dieser Unsitte entgegen und wirbt auch für mehr Empathie in der Kommunikation, denn schließlich sei es Aufgabe eines Redners, sicherzustellen, dass ihn seine Adressaten auch verstehen.
"Wer authentisch ist, produziert keine Worthülsen", Die Zeit 2.6.11

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Nachhaltigkeit hat Marktpotential von 25 bis 30 Prozent 
Dienstag, 7. Juni 2011 - Management
Eine Metastudie der Universität Hohenheim geht davon aus, dass das Nachhaltigkeitspotential in der Textil- und Lebensmittelbranche bei 25 bis 30 Prozent liegt. Die Forscher sehen hier einen Trend, der kaum noch aufzuhalten sein werde. So kündigte beispielsweise der Bekleidungshersteller H&M an, bis 2020 sein Sortiment komplett auf nachhaltig produzierte Baumwolle umzustellen. Adidas will bis 2018 nur noch Produkte aus nachhaltig angebauter Baumwolle auf den Markt bringen. Ein Problem bei der neuen Euphorie könnte die Preissensitivität der Verbraucher sein, denn diese sind laut Studie lediglich bereit, für nachhaltige Produkte fünf bis zehn Prozent höhere Preise zu bezahlen als für konventionelle Waren. Wo Firmen aber zum Teil doppelt so hohe Preise verlangen (die aufgrund des deutlich höheren Aufwands vielfach auch gerechtfertigt sind), wird dies von vielen Konsumenten als Abzocke empfunden. Es scheint, dass am Markt noch eine Menge Aufklärungsarbeit notwendig ist, denn da gegenwärtig vor allem bei den Schnäppchen oft eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegenüber Mensch und Natur die niedrigen Preise ermöglicht, müsste den Kunden erst einmal transparent gemacht werden, was wirkliche Nachhaltigkeit tatsächlich kostet.
Öko ja, aber ehrlich, Frankfurter Rundschau 17.5.11

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Führung in Krisenzeiten: Opfer oder Ermöglicher? 
Montag, 6. Juni 2011 - Studien
Die Initiative für wirtschaftliche Weiterentwicklung transectors hat den Umgang mit der Wirtschaftskrise innerhalb des Top-Managements untersucht. Befragt wurden 500 Top-Manager aus der ersten und zweiten Führungsebene aus Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Dabei haben die Wissenschaftler sieben Typen der Krisenbewältigung ausgemacht. Die "Opfer" (17,8 Prozent) assoziieren mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung vor allem Ohnmacht, Verlust und Scheitern. Die "Macher" (20,6 Prozent) stellen sich zwar aktiv den regressiven Tendenzen am Markt entgegen, sehen aber ähnlich wie der Opfer-Typ vor allem Bedrohungsszenarien. Die "Dogmatiker" (12,3 Prozent) begegnen der Krise mit Verzicht, betrachten sie als Strafe und sind im Hinblick auf ihren Angstpegel ähnlich angstbehaftet wie die beiden ersten Typen. Die "Gewinner" (15,8 Prozent) sehen zwar auch die Herausforderung des wirtschaftlichen Überlebenskampfes, betrachten die gegenwärtige Wirtschaftssituation aber vor allem als Chance. Die "Kommunikatoren" (10,3 Prozent) nutzen die Situation, um neue Solidarität herzustellen. Die "Aufklärer" (12,3 Prozent) sehen in der Krise einen Reinigungsprozess, in dessen Rahmen sich das Wirtschaftssystem erneuern kann und muss. Die "Ermöglicher" (10,9 Prozent) wiederum erkennen in der Krise ein Tor zu einer "höheren Ordnung", einen Prozess, der zwar schmerzhaft ist, aber auch zu einem qualitativ verstandenen Wachstum führen wird.
Link zur Studie

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Jobfrust und Sinnlosigkeit 
Freitag, 3. Juni 2011 - Studien
Eine Städte-Studie des Instituts Research Now in den zehn größten deutschen Städten sowie in Dresden und Leipzig mit 1.200 Männern und Frauen zeigt, in welchen Regionen die Arbeitnehmer als zufriedensten sind, ihren Job als sinnvoll betrachten, ein kollegiales Arbeitsklima vorfinden oder sich unterfordert fühlen. Die Abweichungen vom Durchschnitt sind dabei von Stadt zu Stadt zum Teil erheblich. Bundesweit sind beispielsweise 16 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrem Job - die Kölner sind mit 28 Prozent dabei am zufriedensten, in Stuttgart hingegen sind es nur 5 Prozent. Immerhin 8 Prozent der Befragten empfinden ihren Job als sinnlos - in Dresden sind es nur 2 Prozent, in Düsseldorf hingegen 14 Prozent. Die Düsseldorfer sind auch die Spitzenreiter, was eine Unterforderung im Job angeht - während der Bundesdurchschnitt hier bei 26 Prozent liegt, fühlen sich 41 Prozent der Düsseldorfer unterfordert, in Dresden hingegen lediglich 16 Prozent. Probleme mit Kollegen sind für 11 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ein Thema - in Bremen gar für 16 Prozent, in Dortmund hingegen lediglich für 3 Prozent.
Der Jobfrust-Pegel der Deutschen im Städtevergleich, Welt 19.5.11

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Frauen verdienen weniger als Männer - und das hat Gründe 
Mittwoch, 1. Juni 2011 - Arbeit
Im Zuge der aufgeflammten Diskussion um mehr Gleichberechtigung von Frauen im Erwerbsleben wird auch immer wieder darüber diskutiert, dass Frauen im Schnitt ein Viertel weniger verdienen als Männer. Auf Spiegel online geht Arbeitsmarktforscher Joachim Möller der Frage auf den Grund. Laut Statistiken liegt das Fraueneinkommen etwa um 23 Prozent unter dem von Männern, doch der Teufel steckt im Detail. Eine wichtige Ursache für die Diskrepanz zwischen Männer- und Fraueneinkommen liege laut Möller in der Berufswahl von Frauen - sie arbeiten häufig in Branchen, in denen die Gehälter insgesamt niedriger liegen. Rechnet man diesen Aspekt aus der Lohndifferenz heraus, bleibe ein grundsätzlicher Gehaltsunterschied von etwa 12 Prozent. Da Männer mehr Überstunden machen als Frauen, ist ein Teil dieser 12 Prozent Unterschied der geringeren Arbeitszeit von Frauen geschuldet. Hinzu komme, dass Männer häufiger in Positionen wie Gruppen- oder Teamleiter tätig sind, was ebenfalls zu einer höheren Bezahlung führt. Laut Spiegel beruht die geringere Entlohnung von Frauen damit weniger auf einer finanziellen Ungleichbehandlung im Einzelfall, sondern ist das Resultat gesellschaftlicher Strukturen.
Frauen bekommen nur drei Viertel des Lohns - stimmt's?, Spiegel online 17.5.11

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