Von der Modekrankheit zur Vision 
Donnerstag, 17. August 2006 - Management
"Managementmethoden sind Modekrankheiten", sagt der BWL-Professor Dr. Wolfgang G. Berger unverblümt und kritisiert den Hang von Unternehmen, sich in einer Flut von Konzepten zu verlieren, die meist mehr Probleme schaffen als sie letztendlich lösen. Berger plädiert mit seinem Ansatz des "Business Reframings" dafür, den im Management weit verbreiteten Wunsch nach Kontrolle aufzugeben, um sich stattdessen der Angst vor dem Kontrollverlust zu stellen. Der von ihm vorgeschlagene Weg führt dabei "from hard work to heart work". "Oft erreichen wir mit unserer Arbeit nicht das, was wir uns wünschen. Aber immer erreichen wir das, wofür wir uns entscheiden", skizziert Berger ein Paradox, das sich konstruktiv wenden lässt. Der Kern des Business Reframings ist eine Neuausrichtung, bei der die Anwender der Methode ihre Vision aus ihrem Selbst heraus gestalten, was laut Berger bedeutet: "Die Vision entwickelt und realisiert sich von selbst."
"Managementmethoden sind Modekrankheiten", Artikel von Prof. Dr. Wolfgang G. Berger

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Personalarbeit als strategische Waffe 
Mittwoch, 16. August 2006 - Management
Personalarbeit ist "nichts für harte Männer" - zumindest wenn man sich in den Unternehmen umhört, kritisiert Continental-Personalvorstand Thomas Sattelberger in einer Kolumne des Handelsblatts. In den Augen des Personalers ein großer Fehler, denn: "Dabei ist in Zeiten beinharten globalen Wettbewerbs glasklar, dass Unternehmen eine hoch effiziente Fabrik für menschliche Dienstleistungen kombiniert mit Geschäftskompetenz zum globalen System Arbeit benötigen." Wenn das Personalressort dagegen zur Spielwiese für Softies degradiert wird, verschenken Unternehmen wichtige "strategische Waffen" im Wettbewerb. Die Folge: Mittelmäßige Personalarbeit sorgt für mittelmäßige Mitarbeiter. Und was nutzt dann noch das beste Management der "harten Männer"?
"Nichts für harte Männer", HB 5.8.06

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Keine Lust auf Stress: Die Angst vor dem CEO-Job 
Dienstag, 15. August 2006 - Management
An die Spitze eines Unternehmens kommen und selbst bestimmen? Immer weniger Führungskräfte träumen diesen Traum, so das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Burson-Marsteller, über die die Financial Times Deutschland berichtet. Der Grund: Der Job des CEO wird immer mehr zum Schleudersitz. So verliert in den USA ein CEO im Schnitt nach fünf schlechten Quartalen hintereinander seinen Posten, wenn es ihm nicht gelingt, das Ruder rumzureißen. Diese Gefahr verleitet immer mehr Senior Executives dazu, sich lieber zu ducken, wenn es darum geht, den obersten Chefsessel zu besetzen. In Europa haben 60 Prozent der Spitzenmanager keine Lust, sich dem knallharten Gegenwind an der Unternehmensspitze auszusetzen, in Nordamerika sind es sogar zwei von drei Topmanagern (64 Prozent). Neben der Gefahr, schnell wieder gefeuert zu werden, nennen die Führungsverweigerer vor allem den Verlust an Lebensqualität, eine "Tyrannei der Quartalsberichte" und Dauerstress als Gründe, die den Posten des CEO als wenig erstrebenswert erscheinen lassen. Diejenigen, die den Aufstieg an die Firmenspitze anstreben, schätzen vor allem die Möglichkeit, komplexe Probleme zu lösen (56 Prozent), individuell stärker gestalten zu können (43 Prozent) und die Befriedigung, eigene Ideen umsetzen zu können (36 Prozent).
"Der Chef zählt", FTD 30.7.06

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BMU-Studie: Nachhaltigkeit spart bares Geld 
Montag, 14. August 2006 - Studien
Schon fast 10.000 Unternehmen in Deutschland betreiben aktives Umweltmanagement - und profitieren damit durch deutliche Kosteneinsparungen, so eine Mitteilung des Bundesumweltministeriums. So sind etwa 2.000 Standorte mit dem europäischen Gütesiegel EMAS ausgezeichnet, mehr als 5.000 Firmen haben ihr Umweltmanagement nach der Norm ISO 14001 zertifizieren lassen und fast 3.000 Unternehmen nutzen ähnliche Ansätze. Die Zeiten, in denen ein schonender Umgang mit Umwelt und Ressourcen als kostspielige Spielerei galten, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. "Unternehmen machen sich fit für die Zukunft, nutzen Innovationen, schonen Ressourcen und sparen nebenbei noch eine Menge Geld", so das Fazit von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Die detaillierte Studie zum Umweltmanagement ist über die Webseite des Bundesumweltministeriums erhältlich.
"Umweltmanagement stärkt Wettbewerbsfähigkeit", BMU 7.8.06


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Umfrage: Manager wollen Gefahr des Jobverlusts nicht sehen 
Freitag, 11. August 2006 - Studien
Völlige Ignoranz oder schlichter Selbstschutz? Eine Umfrage der Unternehmensberatung Saaman Consultants unter 1.000 Führungskräften zeigt ein zwiespältiges Bild. Obwohl die Gefahr für Manager, ihren Job zu verlieren, selten größer war als gegenwärtig, glauben nur 13 Prozent der Befragten, dass sie ihren eigenen Arbeitsplatz verlieren könnten. Immerhin 27 Prozent gaben an, dass sie sich in der Vergangenheit diesbezügliche Sorgen gemacht hätten. Aus Unternehmenssicht positiv: 88 Prozent der Befragten benoten ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber als gut oder sogar sehr gut. Nur jeder zwanzigste Manager sagt von sich selbst, er hat innerlich gekündigt.
"Manager ignorieren Gefahr von Jobverlust", Spiegel online 23.7.06

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report: "Ein Mönch mischt auf" 
Donnerstag, 10. August 2006 - Management
Ein bisschen mehr Ideenreichtum und direktes Anpacken könnte Deutschland nicht schaden. Das meint zumindest der Abtprimas der Benediktiner Notker Wolf, den das Polit-Magazin "report" Anfang der Woche portraitierte. Der Mönch selbst ist einer, der die Ärmel hochkrempelt. So zeigt sich der Chef von weltweit 24.000 Benediktinern nicht nur gerne mit der E-Gitarre auf der Bühne (wo er Songs wie "Highway to Hell" so richtig krachen lässt), sondern lässt sich auch mal beim Geschirrabwasch filmen. An den Gewerkschaften kritisiert Wolf, dass sie viel zu lange auf Überholtem beharren. Managern wirft er völlige Ideenlosigkeit vor: "Die große Fantasie scheint bei vielen nur die Gewinnmaximierung zu sein. Und Mut? Gut, sie sind alle gut abgesichert, das Risiko einzugehen. Ich glaube, der Mut käme dann vielleicht, wenn sie auch für Versagen gerade stehen müssten." Doch der Mönch macht nicht bei denen ganz oben halt. Seine "Du bist Deutschland"-Perspektive: Weniger Infantilismus und Versorgungsmentalität, mehr Engagement.
report: "Ein Mönch mischt auf", 7.8.06

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Trendstudie: Neuro-Enhancement und Emotional-Management 
Mittwoch, 9. August 2006 - Studien
Wellness war gestern. Zu den kommenden Trends im Gesundheitsmarkt gehören "Neuro-Enhancement" und "Emotional-Management" - so die aktuelle Studie "Gesundheitstrends 2010" des Kelkheimer Zukunftsinstituts. Hinter dem marketinggerechten Wording der Zukunftsforscher stecken durchaus ernsthafte Bezüge zur Arbeitswelt. Zwar vermeldete der BKK-Bundesverband Mitte 2006 den niedrigsten Krankenstand bei Arbeitnehmern seit 30 Jahren, doch wurde zugleich eine Steigerung der Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um mehr als 50 Prozent gemessen. Tendenz steigend. Allein in Deutschland sind, so das Zukunftsinstitut, 2,8 Millionen Männer und 5 Millionen Frauen depressiv erkrankt. Doch nicht nur vor dem Hintergrund dieses zunehmenden Krankheitsbildes kommt der individuellen Vorsorge im Hinblick auf die persönliche psycho-soziale Gesundheit eine wachsende Bedeutung zu. "Die Beschäftigung mit dem, 'was ich wirklich will' und damit dem eigenen Seelenfrieden - ob in Beruf oder Privatem - wird vor allem für die Kreative Klasse zu einem der Schlüsselthemen der nächsten Jahre. Ständig müssen sich die ihr Zugehörigen beruflich selbst neu erfinden und stellen damit auch immer wieder an ihren Alltag neue Herausforderungen", heißt es in der Trendstudie. Das von den Zukunftsforschern beschriebene Lösungsszenario beinhaltet Selbstreflexion, Meditation, Coaching, Lebensberatung, Entlastung und Balance als Ansätze, um innere Ausgeglichenheit immer wieder aufs Neue herzustellen.
Zukunftsinstitut: "Gesundheitstrends 2010"

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Erfolgsfaktor Verantwortung 
Dienstag, 8. August 2006 - Bücher
Corporate Social Responsibility ist in aller Munde, doch nur allzu oft fragt man sich, welche Konzepte und Strategien eigentlich "wirklich" hinter diesem Begriff stecken, der in letzter Zeit für fast alles herhalten muss, was auch nur ansatzweise mit sozialen Aktivitäten von Unternehmen zu tun hat. Das kürzlich im Springer-Verlag erschienene Buch "Erfolgsfaktor Verantwortung" versucht, Antworten zu geben und lotet aus, wie Firmen eine wohlverstandene CSR in ihre Unternehmensstrategie integrieren können. Basierend auf der "Good Company"-Studie, die Kirchhoff Consult im Winter 2004/05 zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchführte, bündelt das Buch Beispiele erfolgreicher Firmen, denen es bereits gelungen ist, im Geflecht von Kapital, Umwelt, Ressourcen, Menschen und Gesellschaft Ansätze umzusetzen, die die Interessen von Shareholdern und Stakeholdern in Einklang bringen. Da die Autoren aus der Wirtschaftsprüfung kommen, ist es nicht verwunderlich, dass sie CSR vor allem unter dem Blickwinkel der Wertschöpfung betrachten. So fordern sie, dass soziale Aktivitäten von Unternehmen nicht Selbstzweck sein sollten, sondern die Maßnahmen auch zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen müssen. Die Forderung, CSR auf allen Ebenen der Unternehmensstrategie einzubetten, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Allerdings fällt bei den Beispielen immer wieder auf, dass gerade solche Aktivitäten (beispielsweise das kulturelle Engagement der Deutschen Bank) unter CSR subsumiert werden, obwohl sie gerade nicht in das Tagesgeschäft integriert sind. Dies ist nicht unbedingt eine Schwäche des Buches, sondern eher der gegenwärtigen Realität. Denn immer mehr Unternehmen bringen zwar ihre Kernkompetenzen im sozialen Bereich ein, doch die Rückkopplung und direkten Bezüge zum operativen Geschäft fehlen meistens noch. Das Buch liefert eine ausgewogene Betrachtung und Einordnung gegenwärtiger CSR-Aktivitäten und gibt Führungskräften viele Hilfestellungen, wie sie das Thema im eigenen Unternehmen angehen können. Für die Frage, wie Firmen ihre gesamten Geschäftsprozesse und Strategien im Hinblick auf CSR überarbeiten können, liefert es jedoch nur am Rande einige Anhaltspunkte. In diesem Sinne ist das Buch eher eine Dokumentation des Status quo als eine vorausschauende Handreichung, die die gegenwärtige CSR-Praxis über den bisherigen Stand der Dinge weiterentwickeln könnte.
"Erfolgsfaktor Verantwortung", Springer-Verlag

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