Mut zur Komplexität 
Donnerstag, 10. November 2011 - Arbeit
Sina Trinkwalder ist eine Unternehmerin, die nicht nur anpackt, sondern auch Tacheles redet. Die Gründerin eines Ökomode-Labels in Augsburg wurde vom Rat für nachhaltige Entwicklung als "Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011" ausgezeichnet. In einem Beitrag für die taz spricht die Unternehmerin Klartext und geht mit dem Thema Nachhaltigkeit als Pseudo-Trend scharf ins Gericht. "Berufsbetroffene ersetzen Geist durch Moral. ... Die selbsternannten grünen Vorreiter sind nicht mehr als Zeitgeist-Opportunisten, die auf subtile Weise das postindustrielle Produkt Gesinnung verkaufen. Weder sie noch ihre Kunden glauben noch an Ideologien, wie es die 68er taten, aber dieser Relativismus speist sich aus der fast kompletten Negierung von Komplexität. ... Das eigentliche Problem ist der Verzicht in Form von Rationalitätsaskese. Der Verzicht, sich ernsthaft mit den Problemen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen und echte Ideen für eine tragfähige Zukunft zu entwickeln", kritisiert die politisch Aktive. Trinkwalder mahnt an, sich nicht mit Scheinlösungen zu begnügen und sieht einen "gefährlichen Stillstand der Weltverbessererwirtschaft". Als ganz konkreten Lösungsansatz propagiert die Unternehmerin beispielsweise Wertschöpfungskreisläufe, die verlustfrei sind und damit keine Belastungen nach sich ziehen. Das ist ein konkretes Ziel - eines, das gegenwärtig noch nicht in Sicht ist, da viele Firmen zwar auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, es aber an Konsequenz und damit Nachhaltigkeit noch mangeln lassen.
Manifest gegen Nachhaltigkeit, taz 4.11.11

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Think Tank für bessere Governance 
Mittwoch, 9. November 2011 - Management
Der Investor Nicolas Berggruen widmet sich zunehmend der Frage, wie sich die politischen Strukturen der Weltgemeinschaft verbessern lassen. Mit seinem vor zwei Jahren gegründeten Think Tank tritt er dafür ein, die weltweiten politischen Strukturen zu verbessern. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, bringt er in seinem "21st Century Council" Wirtschaftsnobelpreisträger, ehemalige Regierungschef und Unternehmenslenker zusammen. Ein Vorschlag des Think Tanks: Dem G20-Abschlussgipfel wurde die Einrichtung eines Exekutivkomitees nach dem Vorbild des UN-Sicherheitsrat sowie eines ständigen Sekretariats empfohlen. Dass Berggruen die politische Arbeit eine Herzensangelegenheit ist, zeigt sein persönliches Engagement. Nach eigenen Angaben widmet er mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit dem Think Tank.
Der Karstadtretter will die Welt verändern, HB 1.11.11

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Wandel kann die Gesundheit beeinträchtigen 
Dienstag, 8. November 2011 - Studien
Veränderungen gehören zu den größten Herausforderungen für den Menschen und können negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wenn sie nicht umsichtig in die Wege geleitet werden. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie aus Dänemark, die Daten von knapp 93.000 Beschäftigten aus mehr als 1.500 dänischen Großunternehmen ausgewertet hat. Ausgewertet wurden Unternehmesbefragungen, die Aufschluss über deren Umstrukturierungen gaben, Sozialversicherungsdaten der Beschäftigten und Krankendaten. Das ernüchternde Ergebnis der Betrachtung des Zeitraums von 1995 bis 2003: Beschäftigte aus Firmen, die Change-Prozesse realisieren, leiden häufiger unter Depressionen und Schlaflosigkeit. Je tiefgreifender der ihnen abverlangte Wandel, umso stärker der Effekt - und dies unabhängig von Alter, Geschlecht und der familiären Situation der Mitarbeiter. Vor allem Veränderungen, die sich auf die Kooperation und Kommunikation unter den Beschäftigten beziehen und diese fördern sollen, haben erhebliche Negativ-Wirkungen. Unternehmen sehen sich damit vor die Herausforderung gestellt, nach neuen Wegen des Change-Managements zu suchen, die die grundsätzliche menschliche Haltung und vor allem Belastungsfähigkeit im Hinblick auf Wandel angemessener berücksichtigen.
Zu viel Wandel macht Mitarbeiter krank, Zeit online 31.10.11

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Erfüllung zählt 
Montag, 7. November 2011 - Arbeit
Der Personaldienstleister Unique hat mit einer Online-Umfrage unter 100 Teilnehmern eruiert, welche Aspekte für die Arbeitszufriedenheit deutscher Arbeitnehmer maßgeblich sind. Ein gutes Gehalt und Karrierechancen sind den Befragten zwar auch wichtig, doch als noch bedeutsamer erachtet fast die Hälfte der Befragten Rahmenbedingungen wie das Unternehmensklima und Kollegialität. Berufliche Erfüllung und der Sinn, den die eigene Beschäftigung macht, verbunden mit der Möglichkeit, sich selbst in der Tätigkeit zu verwirklichen, werden ebenfalls hoch eingeschätzt. "Das Ergebnis unserer Umfrage zeigt, dass sich Arbeit nicht alleine auf materielle Gesichtspunkte reduzieren lässt, sondern soziale und persönlichkeitsbildende Faktoren mindestens genauso wichtig für die Beschäftigten sind", so Marcus Schulz, Geschäftsführer von Unique Personalservice.
Nette Kollegen sind wichtiger als das Gehalt, FTD 28.10.11

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Evangelische Kirche plädiert für Ethik-Investments 
Freitag, 4. November 2011 - Management
Die Evangelische Kirche Deutschland hat einen Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlagen entwickelt, der den verantwortlichen Umgang mit Geld auf allen kirchlichen Ebenen vorantreiben soll. Die Initiative soll untermauern, dass Geld kein Selbstzweck ist, sondern den Menschen dienen müsse. Die Leitlinien zielen darauf ab, bei Geldanlagen deren Wirkung auf "Umwelt, Mitwelt und Nachwelt" zu berücksichtigen. Auf der Tabuliste stehen Unternehmen, die beispielsweise Rüstungsgüter, Spirituosen, Tabakwaren oder gentechnisch verändertes Saatgut herstellen. Auch Glücksspiel, Pornographie oder Produkte, die unter menschenunwürdigen Bedingungen oder durch Kinderarbeit hergestellt werden, sollen nicht durch die Geldanlagen der Kirche unterstützt werden. Als Positivkriterien nennen die Evangelen Sozialverträglichkeit oder auch eine ökologische Ausrichtung.
Evangelische Kirche legt Leitfaden für ethische Geldanlagen vor, CiW 5.10.11

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Erfolgsprinzip Zufall 
Donnerstag, 3. November 2011 - Arbeit
Erfolg kann man nicht machen, aber man kann ihn fördern - in dieser Einschätzung sind sich viele Karriereberater einig, denn in einer komplexen Welt hat man schließlich nur wenige Parameter selbst in der Hand. Gerade deshalb gerät das Prinzip Zufall immer mehr auf die Agenda der Coaches. Sie raten ihren Klienten dann beispielsweise, ihre "Chancenintelligenz" zu schulen, also Wege zu ihren Zielen auch einmal gegen den Strich zu denken oder gegen die eigenen Gewohnheiten zu handeln, um auf noch nicht absehbaren Pfaden ihre Wünsche zu verwirklichen. Andere plädieren für eine Offenheit, die konstruktive Zufälle überhaupt erst möglich mache. Wer die Kontrolle über sein Leben auch einmal aufgeben kann, schaffe Raum für neue Möglichkeiten. Als erfolgversprechender Zufallsgenerator wird auch das Networking ins Feld geführt. Wer mit seinen Kontakten über neue Ideen, Wünsche oder noch wage Pläne spricht, eröffnet Feedbackprozesse und Multiplikatoreneffekte, die später auf ungeahnten Wegen vielleicht Brücken bauen zu dem quasi von selbst konkreter werdenden Ziel.
Per Zufall zum Erfolg, SZ 21.10.11

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Mikrokredite auf dem Vormarsch 
Mittwoch, 2. November 2011 - Arbeit
Das Prinzip der Mikrokredite fasst immer mehr auch in den Industrieländern Fuß. Einst von dem Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus mit der von ihm gegründeten Grameen Bank ins Leben gerufen, um vor allem die Ärmsten der Armen zur Selbsthilfe zu ermächtigen, springen nun auch amerikanische Großstädte auf den Zug auf. So wurden in New York beispielsweise bereits rund 6.000 Kleinkredite von durchschnittlich 1.500 Dollar an Frauen vergeben. Und das sehr erfolgreich, denn die Rückzahlungsquote lag bei 100 Prozent. Städte wie Detroit, San Francisco und Indianapolis wollen nun nachziehen.
Mikrokredite für die Armen in Europa, taz 25.10.11

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Frustration der Erfolgreichen 
Dienstag, 1. November 2011 - Arbeit
Aufstieg und ein gutes Gehalt reichen immer mehr Menschen nicht aus, um sich in ihrem Job zufrieden zu fühlen. Gerade die Erfolgreichen stellen immer häufiger die Sinnfrage, denn wo Aufstieg immer auch mit einem sich Aufreiben verbunden ist, kommt man bei allen äußeren Erfolgen nur allzu leicht an den Punkt, an dem es einem schlicht nicht mehr gut geht. Die Zeit stellt in einem Beitrag Menschen vor, die auf der Suche nach mehr Gelassenheit und Sinn einen Neuanfang gewagt haben - in neuen Jobs oder als Selbstständige. Ein Vorstoß, der Mut macht, die eigenen Prioritäten zu hinterfragen und die Frage nach der Freude an der Arbeit neu zu stellen!
Weniger Stress, mehr Sinn, Die Zeit 25.10.11

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