Nachholbedarf der Kirchen bei fairem Handel 
Donnerstag, 17. November 2011 - Studien
Eine Studie der Hilfswerke "Brot für die Welt" und "Evangelischer Entwicklungsdienst" wirft ein ernüchterndes Licht auf das Beschaffungswesen der Kirchen und ihrer sozialen Einrichtungen. Nur zehn Prozent der in diesen Institutionen verwendeten Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau oder fairem Handel. Nach wie vor sei für viele Einrichtungen der Preis von Produkten das maßgebliche Entscheidungskriterium. "Der Ruf der Kirchen nach einer gerechten Wirtschaftsweise und einem nachhaltigen Lebensstil richtet sich nicht nur an andere, sondern zunächst an sie selbst. Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit und des klugen Einsatzes der eigenen Marktmacht", erklärte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin "Brot für die Welt". Allein die stationären Einrichtungen der Diakonie geben jährlich fast 766 Millionen Euro für Lebensmittel aus. Auch das unausgeschöpfte ökologische Potenzial ist enorm. So könnten der Studie zufolge beispielsweise neun Tonnen CO2 gespart werden, wenn alle in den diakonischen Einrichtungen stationär versorgten Menschen nur ein Mal außerhalb der Saison auf einen Tomatensalat verzichten würden und stattdessen heimisches Saisongemüse wie Blumenkohl essen würden. So einfach kann Nachhaltigkeit sein.
Nur wenige kirchliche Einrichtungen kaufen fair und ökologisch ein, CiW 8.11.11

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Die offensive Macht der Kapitalmärkte 
Mittwoch, 16. November 2011 - Studien
Eine Studie der Beratungsfirma FTI Consulting wirft ein Licht darauf, wie stark der Einfluss von Fondsmanagern und Analysten ist, wenn Unternehmen Personalwechsel in der Führungsetage vornehmen. Untersucht wurden 260 Führungswechsel von Konzernen in 37 Ländern über einen Zeitraum von vier Jahren. Für Portfolio-Manager macht die Frage, wer ein Unternehmen lenkt, 32 Prozent ihrer Investment-Entscheidung aus. Führungswechsel sind in den Augen der Anleger mit Risiken verbunden, so dass 39 Prozent ihre Papiere verkaufen, wenn in der Vorstandsetage ein neuer Chef Einzug hält. Allerdings ist für 15 Prozent der Führungswechsel auch ein Kaufsignal. Die Studie zeigt, wie ausgeliefert Unternehmen inzwischen den Reaktionen der Finanzmärkte sind.
Neue Firmenchefs haben sechs Monate Bewährung, HB 20.10.11

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Social Entrepreneurship auf dem Vormarsch 
Dienstag, 15. November 2011 - Management
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwV hat in London ein Zentrum für Social Entrepreneurship gegründet. Neue Modelle des sozial fokussierten Wirtschaftens, bei dem Unternehmen soziale Ziele verfolgen und Gewinne reinvestieren, sind in Großbritannien auf dem Vormarsch. So gibt es im Königreich bereits 60.000 soziale Unternehmen, die zusammen rund 800.000 Mitarbeiter beschäftigen und jährlich Umsätze in Höhe von rund 28 Milliarden Euro erzielen. Im neuen Zentrum sollen mit verschiedenen Programmen Social Entrepreneurs ausgebildet werden. Außerdem möchte man die Auswirkungen der Tätigkeit von sozialen Unternehmen nachvollziehbarer messen. PwC hat außerdem sein Centre for Social Impact dort angesiedelt.
Rezept für gesunde Gewinne, FTD 5.11.11

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Wenn Mehrarbeit zur Regel wird 
Montag, 14. November 2011 - Arbeit
In einem Beitrag zum Thema Selbstmanagement geht der Harvard Business Manager auf die Tücken von Mehrarbeit ein. Einer US-Studie zufolge haben in den letzten drei Jahren in zwei Dritteln der amerikanischen Unternehmen die Mitarbeiter länger gearbeitet. Ein Trend, der tückisch ist, denn je länger solche Phasen anhalten, umso eher werden Überstunden zur Selbstverständlichkeit. Wer dann versucht, zum ursprünglichen Arbeitsvolumen zurückzukehren, wird leicht als Drückeberger angesehen. Und das, obwohl regelmäßige Überstunden erwiesenermaßen der Gesundheit abträglich sind. so zeigte eine Studie mit 6.000 britischen Beamten, dass diejenigen, die regelmäßig mehr als zehn Stunden täglich arbeiten, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko tragen, herzkrank zu werden. Um aus diesem auf die einzelnen Mitarbeiter verlagerten Dilemma einen Ausweg zu finden, kann es hilfreich sein, die eigenen beruflichen Ziele immer wieder zu überprüfen und zu eruieren, ob die (Mehr-)Leistung, die man erbringt, auch zum gewünschten Ergebnis führt. Und man sollte im direkten Kontakt mit Vorgesetzten deutlich machen, dass ein begründetes Mehrengagement in Ausnahmefällen sicherlich gerne erbracht wird, aber eben begrenzt bleiben sollte und im Zweifel auch auf die eine oder andere Weise honoriert werden sollte.
Arbeiten Sie zu viel? HBM 3.11.11

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Mehr Balance 
Freitag, 11. November 2011 - Arbeit
In einem Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Götz Mundle, Chefarzt der Oberbergkliniken, warum es hilfreich ist, öfter mal "offline" zu sein und warum uns Permanent-Präsenz und Dauer-Informationsbeschuss krank machen. Die ständige Verfügbarkeit via Handy und Internet kann laut Mundle dazu führen, dass Menschen Sucht-Symptome entwickeln und regelrecht in Panik geraten, wenn sie einmal vom Informationsfluss abgeschnitten sind. Das Problem der Dauerverfügbarkeit: Das Nervensystem steht unter chronischer Anspannung, der Körper befindet sich in Daueralarm. Eine Kombination die zu Symptomen wie Tinnitus, Kreislauferkrankungen, Herzinfarkt oder Burn-out führen kann. Mundle rät dazu, sich selbst Grenzen zu setzen und die eigene Verfügbarkeit zeitlich zu begrenzen. In den Augen des Arztes ist es notwendig, die im Arbeitsalltag anfallenden äußeren Reize aktiv zu verdauen, sonst komme es zu "mentaler Überernährung oder Verstopfung". Auch sollten sich Arbeitnehmer mehr für die eigenen Ressourcen und Potenziale sensibilisieren, um besser gemäß ihren persönlichen Voraussetzungen zu handeln.
"Blackberry auch mal nach 20 Uhr ausschalten", HB 4.11.11

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Mut zur Komplexität 
Donnerstag, 10. November 2011 - Arbeit
Sina Trinkwalder ist eine Unternehmerin, die nicht nur anpackt, sondern auch Tacheles redet. Die Gründerin eines Ökomode-Labels in Augsburg wurde vom Rat für nachhaltige Entwicklung als "Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011" ausgezeichnet. In einem Beitrag für die taz spricht die Unternehmerin Klartext und geht mit dem Thema Nachhaltigkeit als Pseudo-Trend scharf ins Gericht. "Berufsbetroffene ersetzen Geist durch Moral. ... Die selbsternannten grünen Vorreiter sind nicht mehr als Zeitgeist-Opportunisten, die auf subtile Weise das postindustrielle Produkt Gesinnung verkaufen. Weder sie noch ihre Kunden glauben noch an Ideologien, wie es die 68er taten, aber dieser Relativismus speist sich aus der fast kompletten Negierung von Komplexität. ... Das eigentliche Problem ist der Verzicht in Form von Rationalitätsaskese. Der Verzicht, sich ernsthaft mit den Problemen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen und echte Ideen für eine tragfähige Zukunft zu entwickeln", kritisiert die politisch Aktive. Trinkwalder mahnt an, sich nicht mit Scheinlösungen zu begnügen und sieht einen "gefährlichen Stillstand der Weltverbessererwirtschaft". Als ganz konkreten Lösungsansatz propagiert die Unternehmerin beispielsweise Wertschöpfungskreisläufe, die verlustfrei sind und damit keine Belastungen nach sich ziehen. Das ist ein konkretes Ziel - eines, das gegenwärtig noch nicht in Sicht ist, da viele Firmen zwar auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, es aber an Konsequenz und damit Nachhaltigkeit noch mangeln lassen.
Manifest gegen Nachhaltigkeit, taz 4.11.11

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Think Tank für bessere Governance 
Mittwoch, 9. November 2011 - Management
Der Investor Nicolas Berggruen widmet sich zunehmend der Frage, wie sich die politischen Strukturen der Weltgemeinschaft verbessern lassen. Mit seinem vor zwei Jahren gegründeten Think Tank tritt er dafür ein, die weltweiten politischen Strukturen zu verbessern. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, bringt er in seinem "21st Century Council" Wirtschaftsnobelpreisträger, ehemalige Regierungschef und Unternehmenslenker zusammen. Ein Vorschlag des Think Tanks: Dem G20-Abschlussgipfel wurde die Einrichtung eines Exekutivkomitees nach dem Vorbild des UN-Sicherheitsrat sowie eines ständigen Sekretariats empfohlen. Dass Berggruen die politische Arbeit eine Herzensangelegenheit ist, zeigt sein persönliches Engagement. Nach eigenen Angaben widmet er mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit dem Think Tank.
Der Karstadtretter will die Welt verändern, HB 1.11.11

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Wandel kann die Gesundheit beeinträchtigen 
Dienstag, 8. November 2011 - Studien
Veränderungen gehören zu den größten Herausforderungen für den Menschen und können negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wenn sie nicht umsichtig in die Wege geleitet werden. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie aus Dänemark, die Daten von knapp 93.000 Beschäftigten aus mehr als 1.500 dänischen Großunternehmen ausgewertet hat. Ausgewertet wurden Unternehmesbefragungen, die Aufschluss über deren Umstrukturierungen gaben, Sozialversicherungsdaten der Beschäftigten und Krankendaten. Das ernüchternde Ergebnis der Betrachtung des Zeitraums von 1995 bis 2003: Beschäftigte aus Firmen, die Change-Prozesse realisieren, leiden häufiger unter Depressionen und Schlaflosigkeit. Je tiefgreifender der ihnen abverlangte Wandel, umso stärker der Effekt - und dies unabhängig von Alter, Geschlecht und der familiären Situation der Mitarbeiter. Vor allem Veränderungen, die sich auf die Kooperation und Kommunikation unter den Beschäftigten beziehen und diese fördern sollen, haben erhebliche Negativ-Wirkungen. Unternehmen sehen sich damit vor die Herausforderung gestellt, nach neuen Wegen des Change-Managements zu suchen, die die grundsätzliche menschliche Haltung und vor allem Belastungsfähigkeit im Hinblick auf Wandel angemessener berücksichtigen.
Zu viel Wandel macht Mitarbeiter krank, Zeit online 31.10.11

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