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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2023

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Schlafen will gelernt sein

Schlafmangel ist in unserer modernen Gesellschaft längst zu einem Kostenfaktor geworden - er kostet jene, die nicht schlafen können, Nerven, Energie und letztlich die Gesundheit. Und die Folgen davon lassen sich sogar monetär beziffern. So sollen der deutschen Wirtschaft jedes Jahr rund 55 Milliarden Euro entgehen, weil Arbeitende übermüdet sind. Wen wundert es da, dass viele mögliche Lösungsvorschläge ebenfalls aus dem Reich des monetären Denkens kommen. Mit besonderen Matratzen, Schlaflampen und anderem Equipment, das den Gebeutelten helfen soll, besser zu schlafen, werden weltweit jährlich rund 70 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Die Forschung zeigt, dass wohl die meisten dieser vermeintlichen Helfer schlicht unnütz sind und nichts bewirken. Krankenkassen setzen deshalb inzwischen immer öfter auf professionelle Schlaftrainings - die kosten zwar mehr als eine neue Matratze, aber dürften sich durch sinkende Krankheitskosten amortisieren. Vielleicht denken wir dieses Thema auch einfach von der falschen Seite aus, denn das funktionale Effizienzdenken, dass hier bei Lösungsversuchen mitschwingt, könnte ja auch etwas sein, das zum eigentlichen Problem beiträgt. Wo Menschen ständig in dem Bewusstsein leben, andauernd etwas leisten zu müssen, und wo der Alltag bis in die letzten Abendstunden mit Aktivitäten gefüllt wird (denn irgendwie möchte man ja auch noch "etwas vom Leben haben"), ist Dauererregung der Normalfall. Manches einfach mal sein zu lassen, könnte diese Spirale durchbrechen. Das erzeugt keine Kosten und schafft den Raum für Schlaf.
Das zweifelhafte Geschäft mit dem Schlaf der Deutschen, welt.de 10.3.20

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Buch-Tipps
Meine beiden Bücher, die ich mit Paul J. Kohtes geschrieben habe.

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