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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Wenn Arbeit zur Identifikationsquelle wird

Wir haben uns schon so daran gewöhnt, in Arbeitskontexten auch die Sinnfrage zu stellen, dass wir ganz aus dem Blick verlieren, dass dies ein relativ neues Phänomen ist. Heute sagen wohl die meisten Menschen von sich, dass sie sich einen Job wünschen, der ihnen das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun. Noch in den 1980er Jahren machten hingegen viele Menschen eine klare Trennung zwischen ihrer Arbeit und ihrem wirklichen Leben, erklärt der Arbeitspsychologe Theo Wehner in einem Interview mit der Zeit. "Heute erwarten wir von einem Unternehmen sinnstiftende Aufgaben, kreative Freiheiten und gemeinwohlorientierte Unternehmensziele. Der Anteil an Unternehmen, die mit ihrer Arbeit – egal ob in Form von Dienstleistungen oder der Produktion von Waren – einen sozialökologischen Mehrwert verfolgen, wächst stark an. Viele Menschen wollen heute bei einem Unternehmen arbeiten und einkaufen, in dem ökologisch und menschlich gedacht wird", so Wehner. Er findet, dass heutige "Bullshit-Jobs" an Maschinen delegiert werden sollten, damit Menschen die Freiheit bekommen, zu tun, was sie wirklich möchten. Eine Entkopplung vom Zwang, mit der Arbeit den eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen, wie sie beispielsweise die Idee des Grundeinkommens vorsieht, könnte dies bewirken: "je weniger Geld als Motivation für die Arbeit herhalten muss, desto eher können sich Menschen einen Job aussuchen, der für sie Sinn ergibt. Wenn man Arbeit von Geld entkoppelt wie in der Freiwilligenarbeit, dann übernehmen Menschen nur noch Aufgaben, die ihnen sinnvoll erscheinen. Und Sinn ist die beste Motivationsquelle überhaupt." Diese Freiheit wäre auch ein hervorragender Indikator dafür, was wir ganz grundsätzlich als sinnvoll erachten und was nicht.
Sinn ist die beste Motivationsquelle überhaupt", zeit.de 13.3.19

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