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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2023

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Narzisstische Chefs lieben riskante Deals

Je narzisstischer ein CEO, desto riskanter die Deals, die er einfädelt - so das Ergebnis einer Studie der Pennsylvania State University. Die Forscher untersuchten die Profile von 111 CEOs der amerikanischen Computerbranche zwischen 1992 und 2004. In ihren Narzissmus-Index flossen die Präsentation der CEOs in den Geschäftsberichten (Größe der Portraits), die Frequenz der Bezugnahmen auf Begriffe wie "Ich", "mein" und "mich" in Interviews im Verhältnis zu einem "Wir" sowie die Gehaltshöhe im Vergleich zum nächsthochbezahlten Angestellten Firma ein. Wie die Forscher erwartet hatten, bestätigte sich ihre Hypothese, dass CEOs mit ausgeprägtem Ego zu unternehmerischen Entscheidungen neigen, die gut sichtbar sind, also zu spektakulären Coups. Allerdings räumt die Studie ein, dass solche riskanten Entscheidungen nicht nur mit ausgeprägtem Narzissmus zu tun haben müssen, sondern auch schlicht auf zu viel Selbstvertrauen oder ein Entlohnungsschema, das Anreize für risikoreiches Engagement setzt, zurückzuführen sein können. Deutlich wurde in der Studie jedoch, dass die CEOs mit ausgeprägtem Narzissmus im Vergleich stärker als andere die Aufmerksamkeitswirkung ihres Handelns betonen, sich stärker auf das Wachstum und den Produktwandel des Unternehmens konzentrieren und sich weniger Kostenfragen und Qualitätsverbesserungen widmen. So schön diese Erkenntnisse auch sein mögen, auf die langfristige Performance des Unternehmens wirkt sich der Narzissmus-Faktor anscheinend nicht aus, denn insgesamt schneiden die narzisstisch geführten Firmen in ihrer Leistungsbilanz weder besser noch schlechter ab als Unternehmen, die von eher zurückhaltenden CEOs geführt werden - ihre Performance ist lediglich größeren Schwankungen ausgesetzt.
"Schaut mal alle her, das war alles ich", FAZ 18.3.2008

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