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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Wollen junge Arbeitende zu viel?

Der Arbeitnehmer-Nachwuchs ist für viele Führungskräfte immer noch ein Rätsel, denn mehr und mehr zeigt sich, dass die neue Generation von Beschäftigten deutlich anders tickt als die älteren Altersgruppen. Personaler sind immer wieder verblüfft, wenn junge Bewerber.innen vor allem nach guter Work-Life-Balance fragen, anstatt danach, was sie für das Unternehmen leisten können. Eine neue Umfrage legt verschiedene Diskrepanzen zwischen altgedientem Personal und Nachwuchs offen. 57 Prozent aller Erwerbstätigen etwa meinen, dass die Generation Z zu viel Wert auf eine gute Work-Life-Balance legt. Und nahezu zwei Drittel der Führungskräfte stimmen dem zu. 44 Prozent der Angestellten und sogar 47 Prozent der Entscheider bemängeln außerdem, dass die junge Generation zu hohe Erwartungen an Führende stellt. Die Frage ist vielleicht auch, wie man solche Forderungen und Diagnosen einordnet. Denn vielleicht sind die Wünsche des Nachwuchses nicht allein altersbedingt, sondern deuten auf einen umfassenderen kultruellen Wandel hin. Andere Studien zeigen immer deutlicher über verschiedene Altersgruppen hinweg, dass viele Beschäftigte gerne weniger Zeit für die Lohnarbeit aufwenden möchten, um mehr Spielraum für ihr Leben als Ganzes zu haben. Was vielleicht auch etwas mit der Verdichtung der Arbeit zu tun hat. In Zeiten der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit und des Bombardements mit Mails und Chat-Nachrichten sind die typischen Arbeitstage für viele Menschen intensiver geworden und das schlaucht. Ältere Beschäftigte wurden noch in anderen Arbeitskulturen sozialisiert und haben vielleicht deshalb auch noch ein anderes Wertesystem (und blenden vielleicht die eigenen Überbelastungen und unerfüllten Wünsche leichter aus). Die junge Generation hingegen steigt in einem Umfeld in den Beruf ein, das vielerorts schon auf Verschleiß programmiert ist. Da auf das eigene Wohlbefinden zu achten (man könnte auch sagen, auf die eigene Gesundheit!), klingt irgendwie vernünftig. Und von Führenden zu erwarten, dass sie dieses Wohl mitberücksichtigen, wohl auch.
Zwei Drittel der Entscheider hält die Gen Z für nicht kritikfähig, Wirtschaftswoche 19.9.2022

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Buch-Tipps
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